Da kann der Verstand noch so oft sagen, dass es die richtige Entscheidung ist. Wenn es ernst wird, mit Abschied nehmen von unserem langjährigen mobilen Zweitheim, fällt das verdammt schwer.
Erste Wohnwageninteressenten
Insgesamt war das Interesse an unserer ersten Verkaufsanzeige eher mau. Das lag sicherlich mit an der Jahreszeit. Im November war der goldene Herbst eben endgültig vorbei. Und an einen Betrüger wollten wir nicht verkaufen.
Eine Familie kam allerdings, um sich den Wohnwagen anzusehen. Wir nahmen uns viel Zeit, ihn zu zeigen, tauschten Erfahrungen aus und gaben Tipps und Hinweise, was wir wie gehandhabt hatten. Sie schienen nicht abgeneigt. Allerdings war der Mann über 2 Meter groß. Das hieß: eigentlich war das Bett zu kurz und der Wohnwagen zu niedrig für ihn. Letztlich sagten sie uns dann auch ab.
Große Trauer
Dennoch – nach dieser ersten Besichtigung brach bei mir die Trauer durch.
14 Jahre war dieser Wohnwagen unser treuer Begleiter gewesen. So viel hatten wir mit ihm erlebt. Die Kinder waren quasi darin aufgewachsen. Und jetzt wollten wir ihn aus der Hand geben?
Puh, das war nicht leicht!
Weihnachtspause, Zweifel, Überlegungen
In der Vorweihnachtszeit und über die Feiertage gönnten wir uns eine Verkaufspause.
Aufgrund unterschiedlicher Anlässe überkamen uns immer wieder Überlegungen, ob wir den Wohnwagen nicht doch behalten sollten.
Irgendwie würde es uns schon gefallen, dauerhaft darin zu wohnen.
Doch zu viert mit unseren Teenagern? Außerdem müssten wir dann unsere Region verlassen. Schließlich gab es hier keinen Ganzjahrescampingplatz. Das wollten wir unseren Kindern so kurz vor ihren Schulabschlüssen nicht antun.
Was jetzt?
Der Februar war schon weit fortgeschritten und unsere Entscheidung bezüglich Wohnwagen immer noch unklar. Wenn wir mit Verstand überlegten, kamen wir zu folgendem Schluss:
- Zum Wegfahren konnten wir den Wohnwagen definitiv nicht mehr nutzen. Das ließen die Einschränkungen in Ferdinands Arm nach seinem Unfall leider nicht mehr zu.
- Aktuell kam ein Wegzug und ein Im-Wohnwagen-Leben noch nicht für uns in Frage.
In dieser Hinsicht wäre vielleicht auch ein Mobilheim die bessere Wahl. - Über kurz oder lang würden die Kinder ihre eigenen Wege gehen. Dann bräuchten wir keinen Wohnwagen mit Stockbetten mehr.
- Wir wurden nicht jünger. Ein Doppelbett mit seitlichem Ausstieg auf jeder Seite (ich hatte ein entsprechendes Werbevideo gesehen) oder Einzelbetten, die wir je nach Wunsch und Bedarf auch zu einer großen Liegefläche umbauen könnten, wären besser.
- Nach zwei kleinen Ausfahrten mit dem Wohnmobil hatten wir erste neue Erinnerungen geschaffen. Vor allem hatten wir festgestellt, dass es das war, was aktuell für uns passte.
Trotz des wenigen Platzes im Wohnmobil.
Trotz Umbaunotwendigkeit zum Schlafen.
Trotz Nicht-Mobilsein-am-Urlaubsort.
Folglich: Der Wohnwagen musste verkauft werden. So leid es uns auch tat.
Neuer Anlauf
Kurz nach dem erneuten Inserieren hatten wir Anfragen von vier Interessenten. Einer davon kam zur Besichtigung, eine Familie aus der Nähe. Es war eine gute Besichtigung und es fiel mir nicht mehr ganz so schwer, wie beim ersten Mal. Aber auch diese Familie erteilte uns eine Absage. Sie wollten sich erst noch weiter umsehen. Noch war es Februar und der Campingdrang nicht allzu hoch.
Anfang März schaute sich ein Familienvater auf der Durchreise den Wohnwagen an. Männer unter sich, denn auch ich war diesmal nicht dabei. Er war sehr angetan. Dennoch meldete er sich danach nicht wieder.
Eine Familie kontaktierte uns während der Osterfeiertage, als wir gerade mit unserem Wohnmobil unterwegs waren. Diese hatte es so eilig, dass sie nach den Feiertagen bereits etwas Anderes gefunden hatte.
Wieder und wieder (seufz)
Es wurde April und bei den Kaufinteressenten tat sich immer noch nicht viel. Bisher hatte uns das nicht gestört. So eilig hatten wir es nicht mit dem Verkauf. Allerdings brachen immer mal wieder die Was-wäre-wenn-wir-den-Wohnwagen-doch-behalten-Gefühle durch: Wie wäre es zum Beispiel wieder mit einem Vereinsgelände?
- Aber die Sachen aus dem Wohnwagen waren jetzt im Wohnmobil.
=> Einen dritten Hausstand beschaffen? Nein!
=> Ständig vom Wohnmobil in den Wohnwagen umräumen und umgekehrt? Nein! - Außerdem würden wir mit einer Vereinsmitgliedschaft neue Verpflichtungen eingehen.
- Und die Kinder hatten eh kein Interesse mehr daran.
Diese wieder und wieder aufploppenden Überlegungen waren anstrengend.
Jetzt aber los!
Also beschlossen wir, den Verkauf zu forcieren, um mit dem Thema endlich abschließen zu können. Das hieß, wir drehten an der Preisschraube.
Daraufhin meldeten sich wieder ein paar Interessenten, aber trotz allem noch sehr überschaubar. Das Angebot am Markt war einfach zu groß. Vielleicht nicht unbedingt, was Stockbetten-Wohnwagen betrifft, doch Wohnwagen mit 6 Schlafstätten gab es reichlich.
Zudem war unser Wohnwagen mit 8 x 2,50 Metern schon sehr groß. Das konnte nicht jeder fahren.
Vertrag und Übergabe
Trotzdem fand sich jetzt recht schnell eine Familie, die sich zum Kauf entschloss.
Bei dieser Besichtigung war ich wieder mit dabei. Und hinterher erneut sehr geknickt. Jeder Besuch beim Wohnwagen ließ die Erinnerungen hochschlagen. Aber bald würde ich es überstanden haben. Der Vertrag war jedenfalls unterschrieben.
Ein paar Tage später trudelte das Geld ein und am darauffolgenden Wochenende reiste der Käufer erneut an, um das gute Stück zu holen.
Es ging kurz und (fast) schmerzlos. Gemeinsam moverten wir den Wohnwagen von seinem Abstellplatz, kuppelten ihn an sein Auto, stellten die Spiegel ein und dann – zog er mit dem Wohnwagen davon. Dem Wohnwagen, der nicht mehr unserer war.
In den letzten Tagen hatte ich es geschafft, mich innerlich zu verabschieden. Deshalb verkraftete ich diesen Anblick besser als befürchtet.
Ich hoffte und wünschte nur, dass die Käuferfamilie genauso viel Freude mit diesem Wohnwagen haben würde, wie wir sie hatten!
Habt ihr auch schon euren Wohnwagen verkauft / verkaufen müssen? Wie ging es euch damit?
Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

















