Wurster Nordseeküste mit Obereversand

Wusstet ihr, dass es Außendeich-Campingplätze gibt? Für mich war das neu. Deshalb wollte ich unbedingt den ursprünglich gebuchten Vor-Deich-Campingplatz an der Wurster Nordseeküste sehen, dem wir hatten absagen müssen. Und das malerische Leuchtturmdenkmal Obereversand durfte bei diesem Ausflug natürlich auch nicht fehlen!

Außendeich-Campingplatz Cappel-Neufeld

Unsere ursprünglich geplante Reiseroute hätte uns mit Wohnwagen für 3 Tage an die Wurster Nordseeküste geführt. Wenn schon Nordsee, dann wollte ich auch endlich mal richtig das Watt kennenlernen. Ein Wunsch, der mir in diesem Urlaub gerade ohne Wohnwagen mehr als erfüllt wurde.

Nachdem ich überrascht festgestellt hatte, dass es sogar Außendeich-Campingplätze gibt, die im Frühjahr aufgebaut und im Herbst wieder abgebaut werden, entschied ich mich für den Außendeich-Campingplatz Cappel-Neufeld, den „Platz im Nirgendwo“. Nur ein Spielplatz war noch nebenan. Dass es hier aufgrund der Lage nur Container-Sanitäranlagen gab, störte mich nicht.

Als wir jetzt von Cuxhaven aus mit PKW und ohne Wohnwagen über den Deich fuhren, sagte mir der erste Blick auf den Campingplatz: das wäre vor allem für unsere Teenager nichts gewesen. Viel zu langweilig.

Blick vom Deich auf den Außendeich-Campingplatz Cappel-Neufeld
schöner Spielplatz zwischen Campingplatz und Salzwiesen

Salzwiesen statt Strand

Auch ich war in gewisser Weise enttäuscht. Der Weg vom Campingplatz bis zum Meer war viel weiter als gedacht. Und dann existierte noch nicht einmal ein richtiger Strand! Die Wiese ging bis zur Wasserkante und darüber hinaus. Statt Sandstrand gab es hier Salzwiesen.

ganz schön weiter Weg vom Parkplatz vor dem Campingplatz bis zum Meer
kein Strand, nur ein Steg durch die Salzwiesen

Nicht, dass die Salzwiesen nicht schön gewesen wären! Der Halligflieder blühte und erinnerte mich an lila Heidekraut. Auch wäre es sicherlich spannend und interessant gewesen, zu sehen, wie die Salzwiesen bei Flut mit Wasser geschwemmt werden. Doch es war Ebbe und wir konnten nicht bis zur nächsten Flut warten.

Vermutlich war ich hauptsächlich deshalb enttäuscht, weil ich von hier aus gerne zum Leuchtturm Obereversand gelaufen wäre. Aber es gab keinen Weg, weder am Deich noch vor dem Deich und auch keinen Strand, dem ich hätte folgen können. Und im Watt wollte ich nicht laufen. Wusste ich doch nicht, wie es hier beschaffen war, ob fest oder schlammig. Denn seit der Wattwanderung wusste ich, dass Watt auch in Ufernähe gefährlich sein kann, was Einsinken und Steckenbleiben betrifft.

durchaus schön, die Salzwiesen mit dem blühenden Strandflieder
Wie es hier wohl bei Flut aussieht? Das wäre schon interessant.

Leuchtturmdenkmal Obereversand

Wir konnten ihn von hier aus sehen, den Leuchtturm Obereversand, der inzwischen als Denkmal dient. Aber auf der Straße hinter dem Deich wollte ich nicht laufen, also fuhren wir zusammen mit dem Auto hinüber.

Obereversand - ganz klein zu sehen; leider ohne Fußweg von Cappel-Neufeld aus
Leuchtturmdenkmal Obereversand

Beeindruckend thronte der alte Leuchtturm, der so viele Jahre als Leuchtfeuer gedient hatte, auf seinem gut 37 Meter hohen Stahlgerüst. Trotz grauer Regenwolken machte ich mich mit den Kindern auf den Weg zu ihm.

Eine Brücke führte uns ein Stück ins Watt hinaus bis zum Treppenaufgang. Vier Stockwerke hoch erklommen wir die Metallstufen, begleitet von ersten Regentropfen. Weiter kamen wir nicht. Der Turm hatte nur Fr/Sa/So nachmittags geöffnet und es war Mittwochvormittag.

eine Brücke durchs Watt und über die Salzwiesen führt zum ehemaligen Leuchtturm
es tröpfelt schon

Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum

Die zweite Enttäuschung für mich an diesem Tag. Überhaupt fand ich das Planen in diesem Urlaub alles andere als einfach. So viel gab es zu berücksichtigen:

  • Allem voran die Wünsche und Interessen aller Familienmitglieder, die durchaus nicht immer übereinstimmten.
  • Die körperlich-gesundheitlichen Möglichkeiten:
    Ferdinand hatte leider festgestellt, dass sein in der Orthese ruhig gestellter Arm anschwoll, wenn er sich zu viel bewegte. Er konnte also nicht, wie er wollte.
  • Das Wetter, das sich mehr als wechselhaft präsentierte.

Da war ich nicht auf die Idee gekommen, dass ich vielleicht auch noch nach Öffnungszeiten hätte schauen müssen. Und so standen wir vor verschlossenen Türen.

Leuchtturmdenkmal Obereversand tront 4 Stockwerke hoch
Endstation - das Leuchtturmmuseum hat geschlossen

Schöne Aussicht auf Knaus Campingpark und Umgebung

Dennoch genoss ich die Aussicht von oben.
Der Knaus-Campingpark Dorum lag wunderschön, fast direkt am Meer. Dieser war ebenfalls ein Außendeich-Campingplatz und bei meiner Planung mit zur Auswahl gestanden. Sollten wir nochmals mit Wohnwagen oder Wohnmobil in diese Gegend kommen, würden wir ihn wählen. Obwohl auch hier kein Sandstrand existiert.

Blick von oben auf Salzwiesen und Campingplatz
der Knaus-Campingplatz liegt schön, finde ich

Aber die Umgebung mit dem kleinen Hafen, etlichen Imbissständen, dem Badestrand und dem Schwimmbad bietet mehr, als Cappel-Neufeld. Und wenn ich mir den Leuchtturm vor der untergehenden Sonne vorstelle …
Selbst mit den dicken Regenwolken hatte die Gegend etwas Ansprechendes.

hier gibt es einen Spielplatz, eine Hafenbucht und Wiesenstrand
ein Schimmbad (Häuser im Hintergrund) gibt es auch

Geduscht und gestärkt

Gerade als wir am Rückweg vom Leuchtturm zum Auto waren, entschlossen sich die Wolken, ihre Last loszuwerden. Wenigstens in dieser Hinsicht hatten wir mit Regenjacken gut vorgeplant.

Bevor es zurück nach Cuxhaven ging, wo sich unser Großer mit einer in der Nähe wohnenden Freundin treffen wollte, hatten wir gerade noch Zeit, uns bei den Fressbuden ein leckeres Mittagessen in Form von Fischbrötchen bzw. belegten Baguettes zu gönnen. Mit süßen Waffeln als Nachtisch.

Imbissbuden vor dem Knaus Campingpark Dorum

Wie plant ihr eure Ausflüge?
Seid ihr auch schon mal enttäuscht worden, wenn etwas in Wirklichkeit nicht so war, wie ihr es euch vorgestellt habt?

Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Schreibe einen Kommentar