Nach so viel Sturmabenteuer waren wir froh über ein paar ruhigere Tage auf der Insel. Geburtstagsessen mit Gästen, Börtebootrennen, Bunkerführung, Badetag. Für Abwechslung war gesorgt, manchmal auch durch das Wetter, das sich minütlich änderte.
Kuchenbacken im Bungalow
Wir nutzten das regnerische Wetter, um einen Geburtstagskuchen zu backen. Dafür hatten wir extra eine Gugelhupfform aus Silikon gekauft, die weder viel Platz noch Gewicht im Gepäck benötigte.
Das Schaumigschlagen der Eier nur mit dem Schneebesen ging ganz schön in die Arme. Jeder durfte mal ran. Dann ging es ab in den Mikrowellen-Backofen unserer Unterkunft, mit dem wir keinerlei Erfahrung hatten. Wir hofften, dass es klappte.
Und das tat es. Nur herausholen ließ sich der fertige Kuchen nicht. Dazu war die Form zu weich und der Kuchen drohte zu brechen. Also ließen wir ihn einfach im offenen Backofen auskühlen und stürzten ihn erst in kaltem Zustand.
Geburtstagsmorgen
Am Geburtstagsmorgen gab es neben den obligatorischen Frühstücksemmeln auch den selbstgebackenen Marmorkuchen. Servietten und Deko hatten wir zufällig in Cuxhaven entdeckt und mitgenommen. Zum 50. Geburtstag durfte das schon mal sein. Nur die Kerze, die wir in den Kuchen steckten, konnten wir nicht anzünden, weil wir weder Streichhölzer noch Feuerzeug hatten.
Neben meiner Familie waren die Enten vor der Eingangstür des Bungalows die ersten Gratulanten.
Ankunft der Geburtstagsgäste
Normalerweise feiere ich meine Geburtstage nicht groß. Mehr als Essengehen war auch an meinem 50. nicht geplant. Diesmal allerdings mit Gästen, denn es war ein Jahr, in dem auch meine Eltern wieder ihren traditionellen Helgolandurlaub machten.
Mittags holten wir die beiden vom Schiff ab – nie zuvor waren sie abgeholt worden. Und sie hatten auch noch nie so eine stürmische Überfahrt gehabt.
Dass die heutige Überfahrt stürmischer war als eine meiner ersten nach Helgoland als Teenager, glaube ich nicht. Da war es nämlich so stürmisch gewesen, dass …:
- … Bröckchen an uns vorbeiflogen, Mageninhalt von Leuten, die ein Deck über uns die Fische fütterten.
- … beim Eintauchen des Bugs ins Wasser die Wellen bis an die Fenster der Brücke spritzten. Ich war nach vorne auf den schmalen Deckstreifen unterhalb der Brücke gegangen. In jedem Wellental gingen wir Passagiere hinter der Reling in Deckung, während die Wogen über und hinter uns gegen die Fenster schlugen. Schließlich bekam ich Muskelkrämpfe vom vielen Kniebeugen machen, doch schlecht wurde mir nicht.
Essengehen auf Helgoland
Auf Helgoland leisteten wir uns viel öfter ein Essengehen als wir das normalerweise im Urlaub tun. Beide Restaurants auf der Düne können wir empfehlen.
- Im Flughafenrestaurant Runway 33 schmeckte uns besonders der Flammkuchen und die Currywurst mit pikanter Soße.
- Das Dünenrestaurant am Südstrand hat innen zwar den Charme einer Bahnhofshalle, dafür aber Windschutz und Strandflair auf der Terrasse. Die Pizza war lecker, genau wie der Falafelteller. Und unser Sohn war glücklich, nach vielen Schweineschnitzeln hier mal wieder ein Hähnchenschnitzel zu bekommen.
- Sehr lecker waren auch die Fischgerichte im Aquariumsrestaurant. Hier hatten wir für mein Geburtstagsessen einen Tisch reserviert. Mit dem Helgoländer Pannfisch hatte ich gleich mehrere Fischsorten am Teller.
- Im Falm Café waren wir zweimal zum Eisessen. Beim ersten Mal saßen wir drinnen am Fenster, mit Blick auf die Düne. Es standen sogar Ferngläser zur Verfügung. Beim zweiten Mal saßen wir auf der Terrasse. An diesem Tag war trotz Sonnenschein das Versorgungsschiff nicht gekommen und die Erdbeeren waren ausgegangen. Kein Erdbeerbecher also für unsere Kinder. Auch das ist Insel.
Ansonsten nutzten wir folgende Imbissmöglichkeiten:
- Kochlöffel, Fastfood-Restaurant am Fahrstuhl
- Dönerladen in der Nähe des Fahrstuhls
- Imbiss Land und Meer am Lung Wai (Fischbrötchen & Co.)
Essensmäßig kann ich noch Knieper empfehlen. Vor Jahren aß ich die mal bei einem Helgolandbesuch mit meinen Eltern. Sie waren sehr lecker, das Pulen benötigt allerdings Geduld.
Börteboot-Regatta
Immer am 10. August findet auf Helgoland die Börteboot-Regatta statt. Dann fahren die Börteboote um die Wette, mit Mitfahrmöglichkeit für alle. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.
Mittags stand für Kinder eine kostenlose Börtebootfahrt auf dem Programm. Beinahe hätten wir sie vergessen. Drei vollbesetzte Boote kreuzten schon zwischen Insel und Düne. Ein Boot war noch am Anleger, fast leer. Es war das letzte Kinderboot. Unsere beiden durften mit und – weil so viel Platz war – ich ebenfalls.
Nach dem Ablegen düsten wir erst einmal mit Vollgas aufs Meer hinaus. Der Bug ragte dabei richtig hoch aus dem Wasser. Später schlossen wir uns den anderen mit Kindern besetzten Booten an und tuckerten gemütlich in den Hafen, um die MS Helgoland zu begrüßen, die ebenfalls gerade eingelaufen war.
Am Nachmittag sahen wir uns das Börtebootrennen vom Landungssteg aus an. Eine schottische Dudelsackkapelle spielte in einem der Boote. Der Bootswettlauf selbst war nur mäßig interessant, weil die Boote bald außer Sicht gerieten. Ein abwechslungsreiches Ereignis war es trotzdem.
Bunkerführung
Einen Ausflug mehr als ein halbes Jahrhundert zurück machten wir mit der Bunkerführung. Hier erfuhren wir viel über die Geschichte der Insel rund um den 2. Weltkrieg und was die Helgoländer alles durchmachen mussten: erst im Bunker sitzend, mit Bombenregen über ihren Köpfen und schließlich als Evakuierte vom Festland aus, als ihre Insel in die Luft gesprengt werden sollte.
Unser 12-Jähriger lernte hier, wie man ein Wählscheibentelefon bedient. Eine immer noch funktionierende Möglichkeit, 18 Meter unter der Erdoberfläche und ohne Handyempfang, mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen. Auch das Belüftungssystem funktioniert immer noch einwandfrei.
Badestrände
Während unserer Helgolandwoche gab es nur einen Tag, an dem es von morgens bis abends warm und sonnig war. Diesen Tag nutzten wir, um im Meer zu baden. Schließlich wohnten wir auf der Badedüne der Insel.
Wir starteten mit dem Nordstrand. Im vorderen Bereich waren die Bagger noch dabei, die vom Sturm angespülten Algenberge zu sortieren. Wir begaben uns deshalb in den hinteren Bereich des Strandes. Hätten wir vermutlich sowieso gemacht, denn dieser Strandabschnitt ist FKK-Strand.
Die Wellen waren hoch und kalt. Aber es machte Spaß, sie gegen den Körper prallen zu lassen.
Zum Schwimmen eignete sich der Südstrand besser. Hier trugen wir natürlich Badebekleidung. Das Wasser war ruhiger und fühlte sich tatsächlich wärmer an.
Welche Veranstaltungen oder Ereignisse auf Helgoland könnt ihr empfehlen?
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