Wir hätten gerne „staufrei“ am Weg durch die Alpen! Ihr auch?
Routenplanung, unterschiedliche Alpenüberquerungsrouten, Stauvermeidungsstrategien: Das haben wir schon versucht, um staufrei in den Süden zu gelangen …
Routenplanung – wer kennt’s?
Seit 2024 werden die Tunnel auf der Tauernautobahn saniert, seit 2025 die Brücken auf der Brennerautobahn. Bleibt uns Alpenüberquerungswilligen wohl nur die Frage:
Welche Zeitverzögerung hätten Sie denn gerne?
- Den Umweg über Graz (Pyhrn-Autobahn)?
- Den langen Stau auf der Tauernautobahn vor den Baustellen?
- Den (langen?) Stau auf der Brennerautobahn?
- Den Umweg über Südtirol und den Reschenpass?
- Oder den noch größeren Umweg über die Schweiz?
Wobei „Umweg“ relativ ist: Je nachdem, von woher wir kommen und wohin wir wollen. Wer im Westen von Deutschland wohnt, wird vorzugsweise über die Schweiz fahren. Wer streckenmäßig über Passau kommt, für den ist die Pyhrn-Autobahn das Normale. Für uns von München über die A94 und Graz zu den Plitvicer Seen, war es ebenfalls kein Umweg. Wir konnten damit erfolgreich dem 45 Kilometer-Stau bei Salzburg entgehen. Aber für die Rückfahrt von Istrien aus wäre es ein Umweg gewesen. Ebenso wie die Strecke durch Südtirol.
Stauvermeidungs-Strategien
Was tun, um möglichst staufrei über die Alpen zu kommen?
Azyklischer Reisetag
Den meisten Stau gibt es am letzten Schultag nachmittags/abends sowie am ersten Ferientag. Die ADAC-Stauprognose ist deshalb fester Bestandteil unserer Routenplanung.
Wenn möglich, starten wir unsere Urlaubsfahrt nicht an einem dieser Tage, sondern erst einige Tage später. In den Sommerferien lässt sich dies leichter umsetzen, als zu Pfingsten mit begrenzter Feriendauer.
Azyklische Abfahrtszeit
Unsere bevorzugte Reise-Abfahrtszeit Richtung Süden sind die frühen Morgenstunden zwischen 3 und 5 Uhr. Mein Mann braucht den vorherigen Schlaf. Oft waren wir um ca. 6 Uhr zur Frühstückspause an der ASFINAG Raststation Golling. 2024 starteten wir am Freitag nach Pfingsten bereits um 2 Uhr morgens, um noch vor 5 Uhr die Tunnelbaustellen zwischen Golling und Werfen zu passieren. Mit Erfolg und staufrei.
Dafür standen wir auf der Rückfahrt dort im Stau, da wir den Campingplatz nicht nachts verlassen konnten, um azyklisch zu fahren. Wir fuhren wieder freitags und nicht erst am Wochenende und kamen mit 1 Stunde Plus noch relativ gut davon.
Zeitweise habe ich von Zuhause aus auf Google Maps die Verkehrslage verfolgt: abends ab 21/22 Uhr scheint der Verkehr auf der Tauernautobahn weniger zu werden.
Zwischenübernachtung(en)
Zwischenübernachtungen sind gute Möglichkeiten, um lange Urlaubsfahrten mit kleinen Kindern zu entzerren und/oder die Reise zum Urlaub zu machen.
Da Österreich den Durchreisenden das Verlassen der Autobahn untersagt und Deutschland inzwischen streckenweise ebenfalls, muss man allerdings einen Übernachtungsplatz vorbuchen.
Wer sich traut, kann natürlich auch auf einem Autobahnrasthof in seinem Fahrzeug schlafen. 2024 fanden wir bei unserer Frühstückspause um 5:30 Uhr an der ASFINAG Raststation Lungau einige noch schlafende Wohnmobile und Gespanne vor. Aus Sicherheitsgründen würden wir das aber nur im Notfall tun.
Eine Garantie, dass wir durch Übernachtungen die Staus erfolgreich „verschlafen“ oder umfahren, gibt es natürlich keine.
Alpenrouten
Tauernautobahn
Österreichs A10 ist von München aus kommend unsere bevorzugte Route nach Kroatien, Slowenien und ggf. auch nach Italien. Sie führt von der Grenze bei Salzburg bis nach Villach in Kärnten, wo sich der Weg nach Slowenien/Italien gabelt.
Auf dieser Strecke übernachteten wir schon
- am Ossiacher See beim Seecamping Mentl (2010, Fahrt nach Italien)
- am Millstätter See beim Schwimmbadcamping Mössler (2012, Hin- und Rückfahrt nach Istrien)
- am FKK-Camping Müllerhof am Keutschacher See (2017 Rückfahrt von Istrien)
- im Camping-Resort Allweglehen im Berchtesgadener Land (2017 Rückfahrt von Istrien); hierfür verließen wir die österreichische A10 bereits vor dem Grenzübergang nach Deutschland
- mit Umweg ein Stück Richtung Klagenfurt am FKK-Campingplatz Rutar Lido (2013, Rückfahrt von Istrien)
- beim Chiemsee Strandcamping (2019, Rückfahrt von Istrien)
- beim BffL München Hebertshausen bei München
Brennerautobahn
Die Brennerautobahn ist von München aus kommend ebenfalls eine der Hauptrouten nach Italien.
Erreichbar ist sie
- über die A8 und A93 Richtung Kufstein
- von Garmisch-Partenkirchen über den Zirler Berg (hier hätten wir mit unserem Gespann nicht fahren dürfen, zumindest nicht Richtung Norden)
- von Füssen über den Fernpass – auch eine staugefährdete Strecke
Allzu oft waren wir auf der Brennerautobahn noch nicht unterwegs, obwohl es landschaftlich eine wirklich schöne Strecke ist.
2010 übernachteten wir notgedrungen am Autohof Sadobre Sterzing.
Pyhrn-Autobahn
Alle, die nordöstlich von München wohnen, nutzen vermutlich diese Autobahn für ihre Fahrt Richtung Süden. Als wir sie 2024 erstmalig fuhren, erlebten wir an mehreren Stellen Stau, vor Graz sogar Blockabfertigung.
Wir gönnten uns auch hier eine Zwischenübernachtung am Wohnmobilstellplatz Teichstubn Gabersdorf, kurz vor der Grenze zu Slowenien.
Über den Reschenpass und Südtirol
Vom Fernpass kommend lockt statt der Brennerautobahn auch die Strecke durch das Inntal und über den Reschenpass, um nach Südtirol zu gelangen. Wir wählten diesen Weg für unseren Urlaub im Fassa-Tal (Trentino). Die Strecke bis Pfunds im Inntal habe ich euch bereits beschrieben. Auch mit Gespann war sie gut zu fahren und wurde seit 2022 weiter ausgebaut. 2025 wählten wir sie für unsere Heimfahrt. Beide Male übernachteten wir beim Via Claudia Camping, einmal am Campingplatz und einmal am Wohnmobilpark.
Durch die Schweiz
Zu den Strecken durch die Schweiz kann ich leider nichts sagen – hier sind wir noch nicht gefahren.
Vor Stau nie gefeit
Egal, wie genau wir die Stauprognosen studieren und die Route planen, vor Unvorhergesehem sind wir nirgends gefeit. Baustellen, Unfall oder liegengebliebener LKW, einmal sogar eine Vollsperrung wegen hochrangigem Politikerbesuch – Stau hat uns schon an vielen Stellen getroffen. Solange wir nicht selbst die Stauursache sind, ist doch alles gut, oder?
Welche Strecke nehmt ihr vorzugsweise für eure Reise in den Süden? Welche Übernachtungsplätze könnt ihr empfehlen? Habt ihr noch andere Ideen, wie wir Stau auf der Urlaubsfahrt vermeiden können?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!