Von Beginn an machte unser gebraucht gekauftes Wohnmobil „Zicken“ und nicht alles lief rund. Dann ging es besser, bis am Ende unseres ersten Wohnmobiljahres Herd und Heizung auf einmal nicht mehr funktionierten und die Dachluke undicht wurde. Waren unsere Wohnmobil-Probleme etwa eine never ending story?
Das erwartet euch
Dachluken-Leck
Was ist los mit Herd und Heizung?
Schnelle Lösung für den Herd
Langwieriges Heizungsproblem
Was war schuld am Heizungsdebakel?
Undichter Wasserhahn
Sich bewegender Außenspiegel
Abgefallener Türgriff
Weitere Defekte
Sonstige Verbesserungen und Anschaffungen
Und es ist doch eine never ending story
Dachluken-Leck
Dieses Problem entdeckten wir im Dezember 2024. Zuerst hielten wir es für Schwitzwasser, das sich an der gewölbten Dachluke sammelt und auf den Tisch tropft. Bei genauerer Untersuchung entdeckte mein Mann allerdings ein kleines Leck. Er klebte es provisorisch mit Klebeband zu, womit das Reintropfen vorerst behoben war.
Im März 2025 baute er dann die Dachluke aus, reinigte alles und trug neues Dichtmaterial auf. Damit war das Problem auch längerfristig gelöst.
Was ist los mit Herd und Heizung?
Eigentlich hatten wir im Dezember 2024 ein paar Tage mit dem Wohnmobil wegfahren wollen. Als wir vorab Herd und Heizung testeten, funktionierten auf einmal beide nicht mehr. Bei der Gasprüfung im November waren sie noch gelaufen.
Schnelle Lösung für den Herd
Wir fuhren zum Fachhändler, der den Druckminderer an der Gasflasche tauschte. Hurra, der Herd lief wieder!
Langwieriges Heizungsproblem
Ganz anders sah es mit der Heizung aus. Die Messung beim Fachhändler ergab, dass kein Strom an der Hauptplatine der Trumatic ankam. Wir brauchten eine neue Platine, die der Händler bei Truma bestellte. Sie sollte zwischen den Jahren geliefert werden, wurde letztlich aber erst nach dem 6. Januar 25 verschickt. Somit fiel unsere Winterausfahrt flach.
Nach Einbau der neuen Platine blinkte sie einen Fehlercode. Truma übersetzte uns den Fehler als „defekte Platine des Heinzungsreglers“. Also tauschten wir auch diesen. Ohne Erfolg. Die Heizung lief immer noch nicht.
Ende Februar war der Werkstattmeister unseres Fachhändlers endlich wieder da, der erst auf der CMT in Stuttgart und anschließend in Urlaub gewesen war. Er entzifferte den immer noch blinkenden Fehlercode unserer Trumatic als „defekter Gebläse-Motor“. Wieder etwas, das bestellt werden musste.
Um nicht länger warten zu müssen, wagten wir nun doch ein Wochenende ohne Heizung.
Mitte März ließen wir den neuen Heizungsmotor in Kombination mit unserer Heizung testen. Endlich war der Fehler gefunden! Jetzt musste der Motor nur noch ausgetauscht werden.
Mit vielen Tipps und Anleitungshinweisen des Werkstattmeisters sowie DIY-Videos schaffte es mein Mann, den Umbau selbst vorzunehmen. Ansonsten hätten wir noch länger warten müssen.
Was war schuld am Heizungsdebakel?
Wir wussten, dass die Defekte an der Heizung durch eine Überspannung entstanden waren.
Diese könnte aufgetreten sein …
- … bei der Gasprüfung
- … beim Messen der von Anfang an schwachen Aufbaubatterie durch den Fiathändler
- … beim Selbsteinbau der neuen Aufbaubatterie
Wir werden es wohl nie erfahren.
Undichter Wasserhahn
Als Ferdinand vor unserem Pfingsturlaub das Wasser im Wohnmobil nachfüllte und den Wasserkreislauf testete, entdeckte er, dass der Wasserhahn in der Küche undicht war. Dasselbe Problem hatten wir im Wohnwagen schon gehabt.
Er baute also den Wasserhahn auseinander und bestellte eine neue Kartusche. Über Amazon, weil sie dort nur 8€ kostete und nicht 25€ wie beim Campingfachhändler vor Ort. Mit der neuen Kartusche und nachdem das neue Dichtmaterial (Flüssiggummi) getrocknet war, funktionierte der Wasserhahn wieder problemlos.
Schöner Nebeneffekt des defekten Wasserhahns: Ferdinand entdeckte hinter dem Waschbecken, den FI-Schutzschalter für den Landstrom.
Sich bewegender Außenspiegel
Für das Problem, dass sich das Spiegelgehäuse des rechten Außenspiegels im Fahrtwind Richtung Fahrzeug bewegt, hatten wir bereits eine Lösung gefunden. Leider entpuppte sie sich als nicht dauerhaft. Aber auch hier halfen DIY-Videos:
- Ferdinand bohrte die Halterung des rechten Außenspiegels an, sodass er an die Stellschraube kam.
- Nachdem er sie angezogen hatte, verschloss er das Bohrloch mit einem 3D-gedruckten Stopfen, den er festklebte.
Seitdem behält das Spiegelgehäuse auch beim Fahren seine Position bei.
Abgefallener Türgriff
So schön der WC-Türgriff aus dem 3D-Drucker auch war, die Verbindung der beiden Türknaufe, egal ob mit Schraube fixiert oder geklebt, hielt den Vibrationen der Fahrten nicht stand. Immer wieder lockerte sich der Türgriff und nachdem er wieder einmal abgefallen war, flog in der nächsten Kurve die Badtür auf.
Diesmal fanden wir eine sehr praktische Lösung: Schmale Magnetstreifen halten nun die Tür zu. Außen brachten wir einen neuen Türgriff an, um die Tür aufziehen zu können, von innen müssen wir nur dagegendrücken. Das ist super praktisch, gerade wenn ich die Hände voll oder eingeschmiert oder nass habe.
Weitere Defekte
- Wusstet ihr, dass man Scheinwerfer polieren kann und auch muss? Ich nicht.
Matt gewordene Scheinwerfer werden nämlich vom TÜV beanstandet.
Es gibt dazu Polierpasten. Nicht alle sind gleich gut, wie wir feststellen mussten. Aber mit Quixx Plastic Polish bekamen wir sehr schöne Ergebnisse.
- An der Motorhaube ist Lack abgeplatzt. Ich finde es furchtbar, meinen Mann stört es nicht. Falls jemand einen Tipp hat, wie wir die Motorhaube einigermaßen kostengünstig wieder schönmachen können, schreibt ihn gerne in die Kommentare.
Sonstige Verbesserungen und Anschaffungen
Einige Verbesserungen und Anschaffungen hatten wir in unserem zweiten Wohnmobil-Jahr auch noch:
- Wir warfen die alten, durchgesessenen Polster der Sitzgruppe raus. Dabei stellten wir fest, dass sich unter dem dunkelbraunen Bezug die blau gemusterten Originalbezüge versteckten. Die neuen Polster präsentieren sich jetzt in blau, sind allerdings immer noch nicht das Gelbe vom Ei, was den Sitzkomfort betrifft.
- Ferdinand versetzte den Toilettenspülknopf, damit wir ihn auch bei geöffnetem WC-Deckel betätigen können. Falls euch interessiert, wie er das machte, hinterlasst uns gerne einen Kommentar.
- Am unteren Rand des oberen Stockbetts brachten wir eine Schaumstoffleiste an, damit das Kopfanschlagen für unseren Großen nicht mehr so schmerzhaft ist.
- Für erhöhte Sicherheit hat unser Wohnmobil jetzt einen Gasmelder.
- Viel Zeit steckte mein Mann ins Aufhübschen der von den Vorbesitzern zugeklebten Außenklappe. Er erneuerte die ausgebrochenen Scharniere, schliff die Oberfläche ab und verpasste ihr mit Sprühlack einen neuen Look. Da in diesem Staufach nicht viel Platz ist, werden wir die Klappe wohl nicht nutzen, aber jetzt sieht es wenigstens ordentlich aus.
- Bei Übernachtungen verwenden wir inzwischen fast immer die Außenisoliermatte fürs Fahrerhaus. Dadurch haben wir bei kalten Nachttemperaturen im Fahrerhaus kein Schwitzwasser mehr und im Sommer hält sie die Hitze besser ab. Ausnahmen sind die Plätze, bei denen wir vorne rausschauen wollen, wie z.B. am Campingplatz De Badhoeve am Kinselmeer.
- Für unseren Gasgrill kauften wir uns Teflon-Grillmatten. Mit dem Grillergebnis sind wir sehr zufrieden. Zudem schafften wir uns einen 5-Meter-Gasschlauch an, damit wir die Gasflasche beim Grillen im Gaskasten stehenlassen und nicht immer herausholen müssen.
- Wir versuchten eine Armlehne für die Sitzgruppe zu konstruieren. Leider nicht sehr erfolgreich. Sie wackelte zu viel und war außerhalb der Fahrten öfter im Weg, selbst in heruntergeklapptem Zustand.
Falls jemand eine passende Lösung dafür hat, gerne her damit!
Und es ist doch eine never ending story
Als die Sache mit Dachluke und Heizung kam, dachte ich wirklich, die Defekte an unserem 15 Jahre altem Wohnmobil wären eine never ending story. Inzwischen ist es zum Glück ruhiger geworden. Trotzdem werden wir uns immer wieder neues Zubehör leisten, Verbesserungen und Änderungen durchführen und die ein oder andere Reparatur wird sicherlich auch wieder anfallen. So gesehen ist so ein Campingfahrzeug tatsächlich eine never ending story 😉. Aber im positiven Sinne.
Falls ihr mehr Details wissen wollt oder Tipps für Verbesserungen und kreative Lösungen habt, schreibt uns gerne in die Kommentare!