Eine nur 1 Quadratkilometer kleine Insel, mitten in der Nordsee, ohne Autos, ohne Fahrräder. Wie kommen wir auf die Idee, gerade dort Urlaub zu machen? Ist das nicht furchtbar langweilig? Wir wählten die Insel trotzdem als Urlaubsziel, aufgrund einer lang zurückliegenden Begebenheit …
Wie alles begann – Zeitsprung in die 1980ger
Anfang der 1980ger-Jahren war es noch einfacher, eine Kur verordnet zu bekommen. Einmal war mein Vater bereits an die Nordsee geschickt worden, nach Borkum. Als die 2. Kur anstand, war auf Borkum nichts mehr frei. Auch auf einer der anderen festlandnahen Nordseeinseln nicht. Nur auf Helgoland.
„Oh je“, dachte er, „was soll ich außerhalb der Anwendungszeiten nur tun auf diesem kleinen Eiland, das ich innerhalb einer Stunde umrunden kann?“ Er hatte nämlich bereits von Borkum aus einen Tagesausflug auf die Insel gemacht.
Es kam ganz anders.
Er infizierte sich mit dem Helgoland-Virus und kehrte voller Begeisterung nach Hause zurück.
Angesteckt
Ich war 15, als wir den ersten Familienurlaub auf Helgoland verbrachten und dies fortan alle paar Jahre wiederholten. Meine ganze Familie, Eltern wie Geschwister wurden vom Helgoland-Virus angesteckt. So klein die Insel ist, es gibt so vieles zu entdecken! Immer wieder Neues, sowohl während eines Aufenthalts und insbesondere von Urlaub zu Urlaub.
Bei meinem ersten Besuch, gab es noch keine Seehunde oder Kegelrobben. Es war etwas ganz Besonderes, als wir ein paar Jahre später diese Tiere erstmalig auf der Düne zu sehen bekamen. Besonders gerne schauten wir beim Helgoländer Aquarium vorbei, in dessen Außenbecken ein Robbenbaby aufgepäppelt wurde. Auch die Basstölpel siedelten sich erst ein paar Jahre später auf den Felsklippen an.
Wir bewunderten auch ein im Hafen aufgestelltes Windrad. So eines, wie sie heute zu hunderten in Offshore-Parks stehen und inzwischen auch in unserer bayerischen Heimat keine Seltenheit mehr sind. Auf Helgoland selbst überlebte es nicht lange, obwohl es bei weitem nicht so hoch war, wie die jetzigen. Doch uns erschien es damals riesig.
Inselfeeling
Ich war längst erwachsen und genoss den Inselurlaub trotzdem weiterhin zusammen mit Eltern und Geschwistern.
Ein spezielles Inselfeeling überkam mich, wenn die Schiffe nachmittags die Tagesgäste eingesammelt hatten und ablegten. Ein seltsames Gefühl, auf der Insel zurückzubleiben und den Schiffen hinterherzusehen.
Nach Abreise der Tagesgäste wurde es erst richtig schön auf Helgoland. Tagsüber wimmelte es von Besuchern. Da flüchteten wir dorthin, wo sich die Massen nicht aufhielten: auf die Düne, ins Schwimmbad, auf die Molen rund um die Hafenbecken, an die Westküste oder an den Nordstrand.
Nachmittags, nach Abreise der Tagesgäste, begann dann das Unterhaltungsprogramm für die Urlaubsgäste: Theater, Shantychorgesänge, diverse Führungen und vieles mehr. Keine Zeit für Langeweile.
Camping-Virus versus Helgoland-Virus
Helgoland zog mich auch ohne Eltern an. Einmal buchte ich im Anschluss an eine Hamburg-Dienstreise eine Woche Helgoland. Zuletzt war ich 2005 auf der Insel.
In den Jahren danach, passierte so viel, dass die Insel in den Hintergrund geriet. Ich lernte Ferdinand kennen und mit ihm die Urlaubsform des Campens. Wir gründeten eine Familie und verbrachten unsere Urlaube am liebsten auf einem Campingplatz, im Grünen, am Meer und im eigenen Wohnwagen.
Das Campen war mir so lieb geworden, dass ich Helgoland hintenanstellte. Denn dort konnten wir mit Wohnwagen nicht hin.
Hin und wieder erzählte ich jedoch von der Insel und äußerte den Wunsch, irgendwann wieder einmal hin zu reisen. Und irgendwann sagte auch mein Sohn: „Da will ich hin.“
Helgolandurlaub als Geburtstagsgeschenk
Ich hätte es vermutlich gar nicht so bald umgesetzt, wenn es nicht mein Mann als Geburtstagsgeschenk zu meinem 50. vorgeschlagen hätte. Eigentlich hatten wir in diesem Jahr in die Normandie gewollt. Doch dann entschieden wir uns um und planten Helgoland 2023:
Ein Wiedersehen nach 18 Jahren, 35 Jahre nach meinem ersten Besuch auf der Insel!
Freut euch auf unsere Helgolanderlebnisse in den nächsten Beiträgen!
Habt ihr in eurer Familie auch ein Urlaubsziel, zu dem ihr aus Tradition immer wieder hinfahrt?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!