Es war soweit: Wir reisten nach Helgoland! Nach packenden Vorbereitungen und der Abgabe unseres Autos, begann eine schaukelige Überfahrt. Doch auch nach Ankunft auf der Insel waren wir nicht angekommen – wir mussten nochmals umsteigen und mit dem Katamaran weiterfahren …
Umzug auf die Insel
Nach einer schönen Watt-Woche in Cuxhaven war es soweit: Unser Umzug nach Helgoland stand an.
Das Packen war stressig, weil wir unterscheiden mussten, was wir mitnahmen und was im Auto blieb. Außerdem schleppten mir Mann und Kinder die halb fertig gepackten Taschen bereits zum Auto, während ich sie noch füllte. Am Schluss hätte ich beinahe die Lebensmittel aus dem Kühlschrank vergessen. Wie gut, dass ich meine Liste hatte!
Die Drachen mitzunehmen hätten wir uns übrigens sparen können. Wegen des Flugplatzes ist das Drachensteigenlassen auf Helgoland verboten.
Am Fährhafen angekommen durften wir unser Auto parken, sollten aber den Autoschlüssel sicherheitshalber abgeben: eine Sturmflut war angekündigt.
Mit Gepäckaufklebern versehen wanderten unsere Taschen in einen Container, der dann per Kran aufs Schiff gehoben wurde. Unsere Tickets wurden gescannt. Die abzugebenden Passagierkärtchen hatten wir bereits bei unserem Beobachtungsbesuch ein paar Tage zuvor mitgenommen und brachten sie fertig ausgefüllt mit.
Über die Planke erklommen wir Deck 4 und fanden Sitzplätze in der Lobby ein Deck tiefer. Beim ersten Schiffsrundgang stellten wir fest, dass alle Tische in allen Restaurants und Cafés reserviert waren. Oben auf Deck 5 hätten wir noch Liegestühle mieten können. Wie gut, dass wir uns dieses Geld sparten, denn die Überfahrt wurde ungemütlich.
Schifffahrt
Während Ferdinand unter Deck sitzenblieb, beobachteten wir anderen das Auslaufen des Schiffes an der Reling stehend. Nachdem alle Passagiere an Bord waren – an diesem Samstag verhältnismäßig viele – wurden die Leinen gelöst und die Helgoland begann ihr Wendemanöver. Die Kinder waren ziemlich aufgeregt. Obwohl wir wussten, dass es kommt, riss es uns, als das Abschiedstuten kurz vor Ausfahrt aus dem Hafen ertönte. Dann nahm das Schiff Fahrt auf. Linker Hand konnte ich letzte Blicke auf Cuxhaven werfen, dann ging es an Neuwerk vorbei auf die offene Nordsee hinaus.
Der Wind pfiff mir kalt um die Ohren. Dennoch blieb ich so lange wie möglich an Deck, bevor ich mich zu meiner Familie ins Schiffsinnere begab. Als es etwas später zu regnen begann, drängten noch mehr Passagiere herein. Wie gut, dass wir unsere Sitzplätze hatten.
Zuerst war die Überfahrt ruhig. Dann jedoch wurde es schaukeliger. Unserem 12-Jährigen war langweilig. Ich begleitete ihn auf eine Entdeckungstour übers Schiff. Spaß hatte er vor allem, mit dem gläsernen Lift in der Lobby zu fahren. Und die gegen den Rumpf schlagenden Wellen beeindruckten ihn.
Sitzend hatte mir das Geschaukel wenig ausgemacht. Erst durch das Herumlaufen wurde mir etwas flau. Von früheren Schiffsfahrten wusste ich, dass es besser ist, etwas im Magen zu haben und den Horizont im Auge zu behalten. Zum Glück hielten sich auch alle anderen gut. Unsere Kinder kauften sich sogar ein Eis, ohne dass ihnen schlecht wurde.
Ankunft auf der Insel
Irgendwann wurde es wieder heller und der Regen hörte auf. Oben an Deck stellte ich fest, dass Helgoland schon deutlich zu sehen war. Stück für Stück näherten wir uns der Insel. Leider fuhren wir keinen so großen Bogen mehr, wie ich das von früher her kannte. Dabei war nämlich immer schon ein erster Blick auf das Wahrzeichen von Helgoland, die Lange Anna, möglich gewesen.
Um die Mittagszeit fuhren wir im Hafen von Helgoland ein. Rechts war die kleine Nebeninsel, die Düne zu sehen. Sobald das Schiff angelegt hatte, drängten alle zu den Ausgängen. Wer sich an Bord ein Ticket zum Ausbooten gekauft hatte, wurde jetzt mit einem Börteboot abgeholt und zur Landungsbrücke oder zur Düne gefahren. Früher, als die Schiffe alle vor der Insel ankerten, wurden alle Passagiere ausgebootet, ohne Zusatzkosten. Nur die Katamarane hatten den Hafen angesteuert, wobei es die bei meinen ersten Helgolandbesuchen noch gar nicht gegeben hatte.
Als wir über die Gangway von Bord kamen, waren unsere Reisetaschen bereits ausgeladen. Wartend standen sie neben dem Transportcontainer. Wir schnappten sie uns und schlossen uns dem langen und breiten Menschenstrom an, der sich vom Hafengelände zum Ort hinüberwälzte. Dazwischen die Inselbähnchen, die als Transportmittel zur Verfügung standen.
Von Helgolands Hafen zur Dünenunterkunft
Es war anstrengend mit den schweren Taschen. Ein Koffer mit 4 Rollen wäre deutlich bequemer gewesen als wabbelige Reisetaschen mit nur 2 Rollen. Aber wir schafften es, den einen Kilometer vom Hafen bis zur Landungsbrücke der Insel zu Fuß zurückzulegen.
Auf der Landungsbrücke besorgten wir uns eine Wochenkarte für die Dünenfähre und hatten erst einmal eine halbe Stunde Zeit, uns auszuruhen und die Sonne zu genießen. Natürlich hätten wir unser Gepäck auch in der Gepäckaufbewahrung am Landungssteg abgeben, und uns noch ein wenig auf der Hauptinsel umschauen können. Aber danach stand uns nicht der Sinn.
Als uns die Witte Kliff, der zwischen Insel und Düne verkehrende kleine Katamaran einsammelte, rief ich die Webcam von Helgoland auf und machte ein paar Screenshots.
Auf der Düne angekommen, holten wir in der Bungalow-Verwaltung nahe dem Dünenanleger den Schlüssel für unsere Unterkunft. Den Weg ins Bungalowdorf legten wir wieder zu Fuß zurück. Es war 13:30 Uhr und die Reinigung zum Glück schon abgeschlossen. Nur das 4. Bettzeug fehlte. Nach zweimaligem Nachfragen wurde uns die 4. Aufbettung gebracht. Dazugehörige Decke und Kissen hatten wir im Bettkasten gefunden und mussten nur noch beziehen. Die Couch bauten wir zu einem weiteren Doppelbett um. Dadurch wurde zwar der Wohnraum recht klein, aber täglich umbauen wollten wir nicht.
Katamaran oder Schiff
Eigentlich hatten wir mit dem Katamaran zur Insel fahren wollen. Der kostet zwar mehr, ist aber schneller. Allerdings ist die Überfahrt mit dem Katamaran auch langweiliger. Wie Busfahren auf dem Wasser. So zumindest hatte ich es empfunden, als ich einmal von Hamburg aus den Katamaran nach Helgoland genommen hatte.
Dass wir letztlich beide Überfahrten mit dem Schiff machten, lag an der Reederei, die ihren Katamaran kurzfristig anderweitig einsetzte. Wir hätten eine andere Reederei wählen können, die Helgoland ebenfalls mit Katamaran anfährt. Doch anfänglich hatten wir tatsächlich überlegt, ob wir nicht eine Fahrt mit dem Schiff und eine mit Katamaran zurücklegen, um beides erlebt zu haben. Für diesen Fall kam nur die von uns gewählte Reederei in Frage.
Warum wir gerade das kleine Helgoland als Urlaubsziel wählten, erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag.
Seid ihr schon mal nach Helgoland gefahren? Von wo aus und mit welchem Schiff/Katamaran? Wie war eure Überfahrt?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!







