Welche Urlaubsform ist für uns die Passende? Camping oder Pauschalreise?
Für alle, die sich diese Frage stellen, vergleiche ich in diesem Beitrag unseren bisher einzigen Pauschalurlaub mit unseren sonst üblichen Campingurlauben.
Wenn ich im Folgenden „Camper“ schreibe, meine ich damit sowohl Wohnmobil als auch Wohnwagen.
Reisezeitraum
Egal welche Urlaubsart, der Reisezeitraum ist abhängig vom Urlaubszeitraum. Wir müssen zudem auch noch auf die Schulferien achten.
Wenn wir mit dem Camper losziehen, starten wir meist an meinem ersten Urlaubstag und sind ein paar Tage vor Urlaubsende zum Wiederankommen zurück.
Bei der Pauschalreise waren wir von den Angeboten abhängig. Der von uns gewählte Reiseanbieter bot nur 5-Nächte-Reisen an. Ziemlich kurz. Wir starteten am 2. Tag meines Urlaubs mit ebenfalls ein paar freien Tagen hintenraus zum Wiederankommen.
Reiseziel
Für den Osterurlaub konnten wir mit der Pauschalreise ein deutlich weiter entferntes Ziel anvisieren als mit dem Camper. Wir entschieden uns für die Kanaren, Teneriffa, Puerto de la Cruz. Ein Ziel, um nach dem langen Winter etwas Wärme zu genießen.
Mit dem Camper wäre uns das innerhalb von 10 Tagen nicht möglich gewesen. Auch hätten wir es kaum soweit südlich geschafft, um einen ersten sommerlichen Vorgeschmack zu erhalten.
Verfügbarkeit
Die Idee dieser Pauschalreise setzten wir sehr spontan, nur 3,5 Wochen vor Reiseantritt um. Ob zu diesem Zeitpunkt die Auswahl bereits geringer war, als wenn wir früher gebucht hätten, können wir nicht beurteilen. Aber ich gehe davon aus, dass das Angebot auf jeden Fall vom Buchungszeitpunkt abhängt.
Beim Campen ist das ähnlich, aber nicht so brisant. Vor allem nicht an Ostern. Ausgebucht ist da noch nichts, eher sind die Campingplätze noch geschlossen. Beim Sommercamping sieht das anders aus – wer auf einen bestimmten Campingplatz möchte, muss teilweise lange vorher buchen. Wer flexibler ist und mit Wohnmobil auch mit einem einfachen Stellplatz zufrieden ist, findet auch kurzfristig etwas.
Reiseroute und Reisestart
Mit Camper können wir selbst entscheiden, um welche Uhrzeit wir starten und welche Route wir fahren. Auch spontan können wir ggf. noch auf die Stauprognose reagieren.
Bei der Pauschalreise waren wir auf den vorgegebenen Flughafen und die Flugzeiten angewiesen. Den im Preis inbegriffenen „Zug zum Flug“ konnten wir wegen der späten Landezeit des Rückflugs nicht nutzen. Da fuhr nämlich kein Zug mehr. Wir entschieden uns deshalb, mit dem Auto zum Flughafen zu fahren und nicht eine zusätzliche Übernachtung zu buchen.
Kosten
Ziemlich teuer, so eine Pauschalreise. In der Woche vor Ostern wäre es noch teurer gewesen. Und Starttag Karfreitag war teurer als Starttag Karsamstag. Zumindest bei unserem Reiseanbieter.
Da wir in dieser Hinsicht keine Erfahrung hatten, zahlten wir vermutlich auch Lehrgeld.
Wir entschieden uns für ein Angebot mit Frühstück, buchten Halbpension dazu. Im Preis inbegriffen waren das Hotel, der Flug, der Zug zum Flug und der Flughafen-Hotel-Transfer. Wie schon erwähnt, fuhren wir trotzdem mit dem Auto zum Flughafen und zahlten dort Parkgebühr. Auf den Transfer zum Hotel verzichteten wir ebenfalls, da das laut Internetbewertungen ziemlich viel Zeit verbraten hätte. Stattdessen nahmen wir uns einen Mietwagen. Für diesen mussten wir im Hotel einen Stellplatz zahlen. Vorteil war die eingesparte Zeit und die unabhängige Mobilität vor Ort.
Weitere Kosten kamen durch das Reservieren des Sitzplatzes und der Essensbuchung im Flugzeug hinzu.
Für die ca. 4000€, die wir als 4-köpfige Familie mit 2 Teenagern für diese 6-tägige Pauschalreise zahlten, hätten wir locker 3 Wochen Campingurlaub in Kroatien machen können, trotz gestiegener Campingplatzpreise. Sogar in der Hauptsaison. Nicht berücksichtigt sind bei diesem Vergleich allerdings die hohen Kosten für Anschaffung/Miete eines Campingfahrzeugs, sowie die Nebenkosten nach dem Kauf eines Campers. Welche Kosten das sind, habe ich euch bereits aufgelistet.
Unterkunft
Beim Camping ist das einfach: Wir haben unsere eigene Unterkunft immer dabei. Wir wissen also, was uns erwartet. Lediglich bei den Duschen sind wir auf das Angebot des Campingplatzes angewiesen, weil wir die Dusche in unserem Camper nicht nutzen.
Im Hotel mussten wir nehmen, was wir bekamen: In diesem Fall harte Betten und ungemütliche Kopfkissen. Zum Glück hatte mein eigenes Kissen noch im Gepäck Platz gehabt. Das Hotelzimmerbad dagegen war richtig schön.
Die Blickrichtung unserer Zimmer ging leider Richtung Straße und war nicht wirklich prickelnd.
Mit Camper hat man vielleicht die Möglichkeit den Stellplatz zu wechseln, je nach Auslastung des Campingplatzes.
Von den Nachbarn bekamen wir im Hotel deutlich weniger mit als am Campingplatz. Bis auf den Zigarettenrauch, der von deren Terrasse auf unsere zog.
Verpflegung
Um Frühstück und Abendessen mussten wir uns auf Teneriffa nicht kümmern: Wir genossen das Buffet-Angebot, auch wenn es nicht so gut war, wie z.B. bei dem Camping-Hotelfrühstück, das wir uns einmal leisteten.
Wir waren allerdings auf die Essenszeiten im Hotel angewiesen. Meistens war das kein Problem, nur einmal wären wir gern nachmittags in die Stadt gegangen und erst abends zurückgekommen.
Ohne Mittagessen hielten wir es leider auch nicht aus, weshalb wir hier zusätzliche Kosten für Restaurant oder Imbiss hatten.
Beim Campen sind wir flexibler: Wir können bestimmen, was und wann wir essen. Allerdings müssen wir uns auch selbst darum kümmern. Sowohl beim Frühstück als auch bei den anderen Mahlzeiten. Kochen ist preiswerter als Essengehen, bedeutet aber auch lästiges Abspülen hinterher.
Packen
Beim Campen kommt alles in Wäschekörbe und wird vor Abreise in den Schränken im Camper verteilt. Allerdings muss auch die Verpflegung und alles, was wir zum Campen brauchen mit eingepackt werden. Dabei ist ganz wichtig, dass wir das zulässige Gesamtgewicht im Auge behalten und beim Wohnwagen die Gewichtsverteilung. Schwere Gegenstände können beim Wohnwagen auch gut im Kofferraum des Autos untergebracht werden. Beim Wohnmobil zählen dagegen auch die Personen zum Gesamtgewicht.
Für unsere Flugreise mussten wir Koffer packen. Wir testeten vorher, ob wir sie im Kofferraum unterbringen und packten sogar zur Probe. Gewichtsmäßig waren wir eingeschränkt, aber bei der relativ kurzen Reisedauer war das kein Problem.
Manches war bei der Pauschalreise deutlich umständlicher. Angebrochene Lebensmittel z.B. konnten wir nicht einfach mitnehmen. Und der Badeausflug zwischen Hotel und Rückflug war umständlicher, weil wir hinterher die Badebekleidung mit der Reisekleidung tauschen und noch am Parkplatz umpacken mussten.
Erholungseffekt
Keine Frage, die Teneriffa-Reise war toll! Aber auch sehr anstrengend. Ein Grund war sicherlich die Aufregung vor dem Flug und dem damit zusammenhängenden Schlafmangel. Vielleicht spielte auch die Zeitverschiebung eine Rolle, obwohl es nur 1h war. Am ersten Tag auf den Kanaren stand ich jedenfalls ziemlich neben mir.
Die vielen Menschen am Flughafen, das stundenlange Sitzen auf engstem Raum im Flugzeug mit den unterschiedlichsten Gerüchen – das ist etwas, das ich nicht unbedingt nochmals brauche. Und beim Heimflug, nach einer Woche voller neuer Eindrücke und Erlebnissen, begegnete uns nicht nur eine Familie mit kleinen Kindern und genervten Eltern.
Beim Camping ist das deutlich entspannter. Wir reisen mit dem eigenen Fahrzeug, können die Reisetage so planen, dass die Fahrstrecken pro Tag nicht zu lang werden. Natürlich können auch am Campingplatz viele Leute sein und auf einem Wohnmobilstellplatz kann es ziemlich eng werden. Aber wir können selbst entscheiden, ob wir mit einem engen Wohnmobilstellplatz vorliebnehmen oder uns eine große Parzelle auf einem Campingplatz leisten. Und wenn der Urlaub länger dauert, können wir auch die Ausflüge besser verteilen und müssen nicht alles in wenigen Tagen unterbringen.
Am wenigsten beeinflussen können wir auf Campingreisen die Staus, die sich oft nicht vermeiden lassen. Gerade in der Hauptsaison. Auf der Heimfahrt kann das ebenfalls recht anstrengend werden. Insgesamt gesehen empfinden wir Campingurlaub als deutlich entspannter als die Pauschalreise.
Draußensein und Wetterabhängigkeit
Egal, wohin die Reise geht, das Wetter lässt sich nicht beeinflussen. Schon gar nicht, wenn der Urlaub lange vorher mit den Arbeitskollegen abgestimmt werden muss.
Aber: Mit dem Flugzeug lassen sich auch in einem kurzen Reisezeitraum Ziele ansteuern, an denen Sonne und sommerliche Temperaturen vorherrschen.
Im Norden von Teneriffa war es zwar schön grün, dafür hatten wir aber auch oft Wolken und immer wieder mal Regen. Im Süden der Insel wäre es dagegen richtig sommerlich gewesen. Allerdings auch mehr braun. Und nach dem langen Winter wünschte ich mir unbedingt grün. Im Hotelzimmer zu sitzen war trotzdem etwas, das ich nicht wollte.
Die Nähe zur Natur und das viele Draußensein ist das, was ich beim Campen besonders schätze. Bei schlechtem Wetter ist es nicht immer angenehm. Dann ist im Wohnmobil noch weniger Platz als in einem Hotelzimmer. Immerhin haben wir mit dem Camper die Möglichkeit zusammenzupacken und woanders hin zu fahren.
Unser Fazit
Für meinen Mann und mich bleibt Campen weiterhin unsere Urlaubsform Nr. 1. Dazu lieben wir das Draußensein, die Flexibilität und die Selbstbestimmtheit einfach zu sehr. Dafür verzichten wir gerne auf die Möglichkeit, für einen kurzen Urlaub in die Sonne zu fliegen.
Unser Sohn sieht das anders und war ja auch „der Schuldige“, weshalb wir diese Pauschalreise überhaupt gemacht haben.
Welche Urlaubsform für euch die Passende ist, müsst ihr selbst herausfinden. Wir wünschen euch viel Freude dabei und natürlich wunderschöne Urlaube, egal in welcher Form!
Fallen euch weitere Vorteile oder Nachteile ein, die für oder gegen das Campen bzw. Pauschalurlaub sprechen?
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