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Wohnwagen oder Wohnmobil – unser Vergleich

Welches ist für uns das passende Campingfahrzeug? Habt ihr euch diese Frage auch schon gestellt?
Nach über 10 Jahren mit Wohnwagen und 2 Jahren mit Wohnmobil habe ich euch mal unsere Vor- und Nachteile beider Campingfahrzeuge zusammengestellt.

Unsere Vergleichsobjekte

Dethleffs Wohnwagen 560 SK

  • 2,50 Meter breit
  • gute 8 Meter lang – je nach Zugfahrzeug hatten wir eine Gespannlänge von bis zu 13,5 Metern!
  • auf 1800 kg aufgelastet
  • Stockbetten, Sitzgruppe und großes Doppelbett ohne Umbau
  • Sackmarkise mit Seitenteilen (Vorzelt)

McLouis Wohnmobil mit Ducato-Chassis

  • 2,35 Meter breit
  • 6,20 Meter lang
  • 3,10 Meter hoch
  • zulässiges Gesamtgewicht: 3400 kg
  • Stockbetten, Alkoven, zum Bett umbaubare Sitzgruppe
  • Markise

Dethleffs Wohnwagen 560 SK

  • 2,50 Meter breit
  • gute 8 Meter lang – je nach Zugfahrzeug hatten wir eine Gespannlänge von bis zu 13,5 Metern!
  • auf 1800 kg aufgelastet
  • Stockbetten, Sitzgruppe und großes Doppelbett ohne Umbau
  • Sackmarkise mit Seitenteilen (Vorzelt)

McLouis Wohnmobil mit Ducato-Chassis

  • 2,35 Meter breit
  • 6,20 Meter lang
  • 3,10 Meter hoch (wichtig!)
  • zulässiges Gesamtgewicht: 3400 kg
  • Stockbetten, Alkoven, zum Bett umbaubare Sitzgruppe
  • Markise

Kosten

In der Anschaffung ist das Wohnmobil i.d.R. deutlich teurer als ein Wohnwagen. Dafür benötigt man zusätzlich zum Wohnwagen ein passendes Zugfahrzeug. Welche Kosten bei Wohnwagen bzw. Wohnmobil sonst noch so anfallen, könnt ihr in „Ist Camping ein günstiger Urlaub?“ nachlesen.

Platzangebot

Ein großer Vorteil unseres großen Wohnwagens mit Sitzgruppe und Betten war, dass wir nicht umbauen mussten. Wir hatten auch bei schlechtem Wetter die Möglichkeit, uns im Wohnwagen aufzuhalten und das Vorzelt war wie ein zweites Zimmer. Nach der Erfahrung mit dem kleinen Wohnwagen war uns das beim Kauf des Großen ganz wichtig gewesen.

Wohnwagen-Doppelbett als Nutzfläche
Vorzelt = Regen-Zimmer

Im Wohnmobil haben wir wieder deutlich weniger Platz und nicht einmal ein Vorzelt. Und da wir den Alkoven nicht zum Schlafen nutzen, müssen wir immer die Sitzgruppe umbauen. Aber mit den nun großen Kindern oder nur zu zweit ist das aktuell für uns in Ordnung.

Wohnmobil - mehr Platz ist nicht, ich stehe an der Badtür
Bettenumbau Wohnmobil

Mitnahmekapazität, Stauraum

Natürlich hatten wir im großen Wohnwagen deutlich mehr Stauraum als aktuell im Wohnmobil:

  • mehr Schränke
  • einen größeren Keller (Stauraum unterm Doppelbett)
  • und zudem noch einen PKW-Kofferraum
So viel Zeug! Mit Wohnwagen war's möglich.
Stauraum im Wohnwagen

Auf dem Deichsel-Fahrradträger nahmen wir unsere Fahrräder mit. Laufrad und Kinderräder wurden für die Fahrt im Wohnwagen vor den Stockbetten festgezurrt.

Da im Wohnmobil auch die Personen zum zulässigen Gesamtgewicht zählen und wir inzwischen mit Teenies unterwegs sind, montierten wir den Heckfahrradträger ab. Es hätten eh nicht 4 Räder drauf gepasst, vom Gewicht ganz zu schweigen.

WoMo: Nur 4 Fächer über dem Tisch + großer Schrank (Küche natürlich auch noch)
Wohnmobil: Stauraum unterm Stockbett

Fahren mit Wohnmobil und Gespann

Fahrverhalten

Keine Frage, das Fahren mit dem kompakten Wohnmobil ist definitiv entspannender als mit dem großen Gespann. Wir können mit Wohnmobil zwar auch nicht überall hinkommen, wo wir mit einem PKW hinkämen und benötigen z.B. beim Einkaufen mehr als einen Parkplatz oder einen Grünstreifen, über den wir das Wohnmobil-Hinterteil hängen können, aber es ist einfacher als mit Gespann zum Supermarkt oder zum Tanken zu fahren.

mit Gespann wären wir nie in diese Sackgasse gefahren

Ausblick

gute Sicht vom WoMo aus über die Leitplanke hinweg

Was ich von Anfang an im Wohnmobil genossen habe, ist die Sitzhöhe. Man sitzt deutlich höher als im PKW und kann dadurch mehr sehen. Für die Kinder dagegen ist der Ausblick eingeschränkt. Sie können nur noch nach links und ein wenig nach vorne rausschauen. Rechts das Fenster über der Küchenzeile ist zu hoch und zu weit hinten.

Fahrerwechsel möglich?

Theoretisch ja, praktisch nein.
Egal ob Wohnmobil oder Wohnwagen, fahren dürfte ich beides. Aber mit Anhänger bin ich nie gefahren und wollte es auch nicht.
Mit unserem Wohnmobil bin ich zwar schon gefahren, doch ich würde es nur im Notfall erneut tun: Um an die Pedale zu kommen, muss ich den Fahrersitz so weit nach vorne stellen, dass ich unangenehm nah am Lenkrad sitze. Und die Handbremse ist so weit unten, dass ich kaum hinkomme, um sie zu lösen.
Folglich war und ist Ferdinand unser Chauffeur.

Reisegeschwindigkeit

Mit unserem ersten Wohnwagen durften wir nur 80 km/h fahren, weshalb ich ihn liebevoll „unser Schneckenhaus“ taufte.

Mit dem großen Wohnwagen erhielten wir auch die 100er-Zulassung. Allerdings bedeutete dies nicht, dass wir nun überall und immer 100 km/h fahren durften. Vor allem in Österreich, Slowenien und Kroatien waren trotzdem nur 80 km/h erlaubt. Und in Deutschland hängt die 100er-Zulassung unter anderem vom Alter der Reifen und vom Zugfahrzeug ab.

Mit Wohnmobil dürften wir zwar schneller fahren, beschränken uns aber trotzdem auf ca. 90 km/h, um den Spritverbrauch gering zu halten.

80-90 km/h ist zu Beginn jeder Urlaubsfahrt nervenaufreibend, weil wir das Gefühl haben, nicht vom Fleck zu kommen. Doch wenn wir uns daran gewöhnt haben, ist es gemütlich und entspannend im Strom mitzuschwimmen ohne ständig abbremsen oder überholen zu müssen.

Reisekomfort

Sitze

Fahrer- und Beifahrersitz im Wohnmobil sind zwar nicht so bequem wie in einem PKW, aber seitdem wir Keilkissen benutzen, hat mein Mann auf langen Fahrten im Ducato weniger Rückenbeschwerden als im Auto.

Ganz anders sieht es mit den Sitzplätzen für die Kinder aus, die im Wohnmobil in der Sitzgruppe sitzen müssen. Im Auto war auch die Rückbank immer einigermaßen geformt, in unserem gebraucht gekauften Wohnmobil war das Sitzpolster schon ganz durchgesessen und selbst die neu angeschafften Polster zeigen bereits wieder dieselben Symptome.

Abstand zu den Kindern

Mit kleinen Kindern hätte ich im Wohnmobil nicht vorne sitzen können. Dazu ist der Abstand zwischen den Frontsitzen und der Sitzgruppe viel zu groß. Im Auto musste ich mich nur umdrehen und konnte die Kinder, wenn nötig, mit meiner Hand erreichen. Schon deshalb wäre für mich ein Wohnmobil mit kleinen Kindern nicht denkbar gewesen.

Mit den großen Kindern spielt das keine Rolle und sie genießen es, im Wohnmobil einen Tisch vor sich zu haben.

im Auto
im Wohnmobil

Mobiles Zuhause

Egal, ob Wohnwagen oder Wohnmobil, bei beiden haben wir den Komfort, die eigene Toilette und eine Küche dabei zu haben.

Beim Wohnwagen muss man für die Nutzung allerdings das Fahrzeug verlassen und nach hinten gehen, was vor allem bei Regen ungemütlich ist. Strom für die Toilettenspülung hatten wir im Wohnwagen nur, weil wir eine Bordbatterie für den Mover eingebaut hatten. Und ohne untergestellten Abwasserkanister, waren wir auch eingeschränkt, was das Händewaschen betrifft.

Im Wohnmobil ist das komfortabler. Hier müssen wir bei schlechtem Wetter oder Stau überhaupt nicht das Fahrzeug verlassen, haben Strom durch die Aufbaubatterie und einen integrierten Abwassertank.

Dafür hatten wir im Wohnwagen mehr Platz. Vor allem schätzte mein Mann, dass er sich zwischendurch zum Krafttanken aufs Bett legen konnte.

Stau: Eine Tasse Instant-Kaffee für den Fahrer
Teenie-Stau-Aufenthalt in den Betten

Stellplatz-Möglichkeiten

Unterwegs

Auf Rastplätzen geht es oft eng zu. Da ist es mit Wohnmobil natürlich leichter, als mit einem langen Gespann, mit dem wir immer einen LKW-Parkplatz ansteuern mussten. Aber selbst mit Wohnmobil reicht uns kein normaler Parkplatz. So fanden wir auch mit Wohnmobil auf dem einzigen kleinen Rastplatz an der italienischen Autobahn am Weg von Villach nach Triest keinen Platz mehr, genau wie einige Jahre zuvor mit dem Gespann.

Am Urlaubsort

Hier ist das Wohnmobil klar im Vorteil: je kleiner es ist, desto mehr Möglichkeiten gibt es. Mit Wohnmobil stehen uns Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und privat vermietete Stellplätze zur Verfügung. Oft sind die Stellplätze auch noch deutlich günstiger als die Campingplätze. Aber meist auch ungemütlicher und weniger komfortabel.

privat vermieteter Wohnmobilstellplatz
Wohnmobilstellplatz: günstig, aber nicht schön

Mit Wohnwagen ist die Auswahl begrenzter: Viele Stellplätze sind für Gespanne nicht zugelassen. Bleiben die vielen Campingplätze, die teilweise ganz schön teuer sind. Natürlich bieten die Campingplätze dafür auch einiges.

Schön, so ein großer Campingplatz-Stellplatz
Auch mit WoMo genießen wir einen Campingplatz-Stellplatz

Teilweise ist man auf Campingplätzen mit Wohnmobil aber im Nachteil. Manchmal gibt es spezielle Wohnmobil-Bereiche, die mehr Parkplatzcharakter haben und nicht so schön sind, wie die Wohnwagenstellplätze. Und in die Dünen darf man als Camper nur mit Zelt oder Wohnwagen, der von einem Traktor in den Sand gezogen wird.

Parkplatz-Charakter am Campingplatz
Dünencamping: nur mit Wohnwagen oder Zelt

Außerhalb von Urlaub/Reisezeit

Was mache ich mit meinem Campingfahrzeug daheim, wenn ich es nicht auf meinem eigenen Grundstück abstellen kann? Für den Wohnwagen benötigten wir einen Abstellplatz bzw. hatten lange einen Dauerstellplatz. Das Wohnmobil können wir dagegen auch auf der Straße parken.

langjähriger Dauerstellplatz
Abstellplatz
am Straßenrand

Mobilität / Auf- und Abbau

Mit Wohnmobil ist man mobiler, heißt es.

Stimmt, denn wir haben deutlich schneller zusammengepackt:

  • Die Markise ist im Nu mit der Kurbel reingedreht. Das dauerte mit der Sackmarkise des Wohnwagens deutlich länger.
  • Wir müssen keine Stützen reindrehen, nur ggf. die Auffahrkeile einsammeln.
  • Und die Prozedur des An- und Abkuppelns entfällt beim Wohnmobil.

Aber: Am Urlaubsort sind wir nur mobil, wenn wir das Wohnmobil zusammenpacken und damit vom Platz fahren. Ansonsten sind wir auf die öffentlichen Verkehrsmittel, Fahrräder oder anderes angewiesen.
So verzichteten wir

  • am Achensee auf den Ausflug zum Silberbergwerk (mit den Öffis zu zeitaufwändig, für eine Wohnmobilfahrt war es meinem Mann zu stürmisch) und
  • in Kroatien auf einen Besuch in Novigrad (es war nicht so einfach das Wohnmobil auf unserem Stellplatz einigermaßen gerade hinzustellen).

Die Mobilität am Urlaubsort war uns mit kleinen Kindern so wichtig, dass für uns nur ein Wohnwagen in Frage kam. Mit PKW ist es definitiv leichter, zum Einkaufen zu fahren oder einen Ausflug zu machen. Mit Wohnmobil müssen wir vorher immer genau recherchieren, ob und wo wir dort parken können.

Unser Fazit

Ehrlich gesagt können wir nicht sagen, was besser ist, Wohnwagen oder Wohnmobil. Es kommt auf die Bedürfnisse an und was uns zu welcher Zeit wichtig war/ist.

Viele Jahre fuhren wir mit dem Wohnwagen in den Urlaub und blieben 2-3 Wochen auf einem Campingplatz. Meer, Sonne und Nichtstun war für uns Erholung. Und mit Auto waren wir im Bedarfsfall mobil – einmal mussten wir tatsächlich zur Apotheke.

Inzwischen wollen wir mehr unterwegs sein, mehr sehen, Neues erleben. Da ist das Wohnmobil besser geeignet. Und die Kinder sind groß genug, um die viele Fahrerei (fast) klaglos zu ertragen oder daheim zu bleiben.

Wohnwagen oder Wohnmobil? Was ist für euch die beste Wahl und warum?

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