Nur 3 Kilometer Luftlinie bis zum Meer – zu Fuß machbar, oder? Doch zwischen Duinrell und dem Strand von Wassenaar liegen ein Zaun und das Dünen-Naturschutzgebiet. Wie wir trotzdem ohne Wohnmobil ans Wasser kamen, wer mir unterwegs plötzlich gegenüberstand und was uns direkt vor den Toren des Ferienparks erwartete, erzähle ich euch in diesem Beitrag.
Was den Ferienpark dieses Jahr so besonders für unseren 15-Jährigen machte, habe ich euch im vorherigen Beitrag erzählt.
Wo bitte geht’s zum Strand?
Im Gegensatz zum letzten Mal, wo wir uns auf das Erkunden des Freizeitparks konzentriert hatten, wollte ich dieses Jahr unbedingt auch ans Meer. Leider führt kein direkter Weg von Duinrell durch die Dünen. Der Ferienpark ist weitläufig umzäunt. Es gibt zwar viele Wege kreuz und quer durch die bewaldeten Dünenhügel und an deren Rand entlang, aber hinter dem Zaun beginnt das Dünen-Naturschutzgebiet.
Auch die von Google Maps angezeigte Strecke quer durch den Freizeitpark war nicht möglich. Wir ahnten es und testeten es für diesen Beitrag trotzdem: Erst standen wir an einem verschlossenen Tor im Freizeitpark, hinter dem wir den Besucherparkplatz erspähten, und als wir außenherum auf den Parkplatz gelaufen waren, war natürlich auch das Tor auf der anderen Seite verschlossen.
Blieb nur eine Möglichkeit: An der Schranke von Duinrell hinaus, außen um den Ferienpark herum und über den offiziellen Weg zum Strand von Wassenaar. Das waren ca. 5 km. Eine gute Entfernung zum Radfahren.
Fahrradverleih Duinrell
Über die Duinrell-App hätten wir Räder reservieren können, entschieden uns aber spontan und ließen uns beim Fahrradverleih „2 Citybikes with Front Brake“ geben. Wir mussten die Duinrell-Ausweise vorlegen und zahlten mit Karte. Der Sattel ließ sich mit einem Hebel lockern und einfach auf die passende Höhe einstellen. Schön waren die Räder nicht und bequem auch nur anfänglich.
Es gab 2 Leihzyklen:
- vormittags ausgeliehen mussten wir sie am Rückgabetag bis 9:30 Uhr zurückgeben
- nach 13 Uhr ausgeliehen mussten sie am Rückgabetag erst etwas später abgegeben werden
Der Vorteil des frühen Rückgabezeitpunkts war, dass die Ausgabe noch nicht geöffnet hatte. Als wir zur Rückgabe kamen, standen schon jede Menge Leute an. Trotzdem ging es zügig vonstatten – wir mussten die Räder nur in den Hof stellen und fertig.
Mit dem Fahrrad zum Strand
Mit den Duinrell-Fahrrädern machten sich mein Großer und ich auf den Weg zum Strand, anfänglich geleitet von Google Maps:
- Nach der Schranke des Ferienparks links;
- an der nächsten Kreuzung wieder links und entlang der Straße bis zum Kreisverkehr;
- danach gab es nur noch auf einer Seite einen breiten Weg neben der Straße mit Fahrradspuren in beide Richtungen und einem Fußweg.
- Nach einer langgezogenen Steigung auf den ersten Dünenhügel führte der Rad-Fußweg kurz darauf von der Autostraße weg und separat durch die Dünen.
- Leichte Steigungen und Gefälle wechselten sich ab, wobei es Richtung Strand ein wenig mehr bergauf als bergab ging.
- Für viele Radfahrer werden die wenigen Höhenmeter kein Thema sein, für mich war es jedoch ziemlich anstrengend.
Am Strand von Wassenaar
Von den Fahrradständern war es noch ein Stück zu Fuß, vorbei an einem kostenpflichtigen PKW-Parkplatz und einigen Imbissbuden. Zwischen Restaurants mit windgeschützten Sonnenterrassen führte ein Betonweg auf den Strand hinunter. Als er endete, ging es im weichen Sand weiter, bis der Untergrund in Wassernähe wieder fester wurde.
Seitlich des Betonwegs standen Liegen mit Sonnenschirmen in Reih und Glied, davor hatten sich die Badegäste mit eigenen Schirmen breitgemacht. Wir liefen an der Wasserlinie entlang, bis der Strand leerer wurde. Hier waren auch Hunde wieder erlaubt.
Richtung Süden sahen wir das Riesenrad und Hochhäuser von Scheveningen. Richtung Norden waren in der Ferne ebenfalls Häuser zu erkennen. Im Meer fiel unser Blick auf einen Offshore-Park und große Frachtschiffe auf Reede.
Bei unserem Ebbe-Spaziergang an der Wasserlinie entlang trafen wir immer wieder auf angeschwemmten Muschelbruch und etliche blaue Quallen. Mein Regenschirm diente uns als Sonnenschirm. Schwierig war nur, wenn der Wind aus der einen und die Sonne aus der anderen Richtung kam.
Am Parkplatz gab es einen behindertengerechten Toilettencontainer mit Kartenzahlung. Unser Großer fand es sehr spooky, dass alles vollautomatisch und sogar das Absperren der Tür berührungslos funktionierte. Eine andere Möglichkeit war, in einem der Restaurants einzukehren oder nur für den dortigen Toilettenbesuch zu bezahlen.
Zum Füßewaschen nach dem Strandbesuch stand ein Wasserhahn gegenüber den Imbissbuden zur Verfügung.
Zu Fuß durch die Dünen
Nachdem ich mich mit dem Rad so gequält hatte, beschloss ich, es am nächsten Tag nochmals zu Fuß zu probieren. Nach dem Pfannkuchenrestaurant neben dem Duinrell-Parkplatz bog ich in einen Park ein und spazierte dort zwischen Bäumen am Zaun von Duinrell und an einem Trimm-dich-Pfad entlang.
Am Ortsausgang erklomm ich mit Leichtigkeit die erste Düne am Fuß-Radweg und folgte danach wieder dem Streckenverlauf in die Dünen hinein. Beim Laufen hatte ich endlich die Möglichkeit, ein paar Fotos zu machen.
Irgendwann bog ich seitlich auf einen Wanderweg ab. Ich wollte zu einem der Seen, die ich bei Google Maps gesehen hatte. Trotz mehrerer Abzweigungen fand ich dank meiner Tracking-App den richtigen Weg, doch der See lag hinter dichten Sträuchern versteckt. Deshalb beschloss ich, mich ohne weitere Umwege wieder in Richtung Strand zu bewegen.
Plötzlich standen drei Wildpferde links und rechts neben dem Weg. Ich hatte zwar das Gattertor passiert, aber nicht mit einer tatsächlichen Begegnung gerechnet und schon gar nicht mit einer so nahen! Die Tiere ließen sich von mir nicht stören, grasten seelenruhig am Wegrand. Ein paar Schritte weiter entdeckte ich weitere Pferde im Gelände und auf einmal stand ich vor dem zweiten See. Dieser Umweg auf der Wanderung zum Strand hatte sich definitiv gelohnt!
Schönes Wassenaar
Wenn uns klargewesen wäre, dass die Altstadt von Wassenaar nur wenige Schritte vor den Toren des Ferienparks beginnt, wären wir vielleicht schon bei unserem ersten Duinrell-Aufenthalt hinspaziert. Aber die vielen Bäume rings um Duinrell hatten uns einen anderen Eindruck vermittelt.
Dieses Mal nutzten wir die Gelegenheit und spazierten durch die Fußgängerzone. Vormittags hatten fast alle Geschäfte noch geschlossen. Ansonsten war es recht hübsch, sogar mit Windmühle.
Es gab eine Eisdiele und mehrere Restaurants mit Bestuhlung im Freien. „De Zonnehof“ direkt gegenüber der Zufahrt zu Duinrell hat im Internet sehr gute Bewertungen. Für uns war leider nicht ersichtlich, wann er geöffnet hat.
In der Parallelstraße zur Fußgängerzone kauften wir bei Jumbo ein. Hier waren die Preise günstiger als im Ferienpark. Außerdem entdeckten wir etwas, das wir lieben, das es aber in Deutschland nicht mehr zu kaufen gibt: Rice Krispies! Nur die Selbstbedienungskasse mit den niederländischen Anweisungen war etwas schwierig zu bedienen.
Wart ihr schon im Restaurant De Zonnehof oder könnt ihr ein anderes Restaurant in Wassenaar empfehlen?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

















