Trotz laufender Sesselbahn wollte ich zu Fuß zur Bergstation des Lifts. Deshalb wusste ich nichts von der Erlebniswelt Raufußhuhn, die diese Wanderung abwechslungsreicher macht. Ohne Kugel stand ich vor den neu aussehenden Holzkugelbahnen und war dennoch begeistert. Erst Anfang August 2026 hatte sie eröffnet. Freut euch also auf ein nigelnagelneues Familien-Ausflugsziel im Alpenhochtal Balderschwang!
Zu Fuß statt mit Sesselbahn
Ich startete meine Wanderung vom Wohnmobilstellplatz am Schwabenhof aus. Direkt gegenüber vom Schwabenhof führte ein Wiesenweg quer über eine Kuhweide. Ein weiterer Wiesenweg verlief von der Sesselbahn-Talstation her kommend über die Weide. Am anderen Ende der Wiese trafen beide zusammen und es begann der steinige Weg. Links davon im Wald hinter einem Zaun erspähte ich Holzbahnen – für mich sah das nach Wasserspielplatz aus. Doch ich irrte mich. Es war eine Kugelbahn! Etwas höher kam ich direkt an der nächsten Station vorbei. Doch, woher bekam ich passende Kugeln?
Steil und steinig
Der Weg war oft sehr steil und mit dem groben Schotter nicht unbedingt bequem zu laufen. Zwischendrin gab es einen Wiesenwegabschnitt und immer wieder Weideschleusen zu durchqueren. Aber es lohnte sich: mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht besser. Um sie zu genießen musste ich mich natürlich umdrehen. Doch es störte mich nicht, dass ich länger als die angegebene Wanderzeit von 50 Minuten für die 1,6 km benötigte. Immerhin musste ich auf dieser Strecke fast 340 Höhenmeter erklimmen.
Von Kugelbahnstation zu Kugelbahnstation
Obwohl ich keine Kugel hatte, freute ich mich über jede Kugelbahnstation, an der ich vorbeikam. Manche waren neben dem Weg im Wald und verliefen im Bogen, andere befanden sich direkt am Wegrand. Mit dem Sessellift hinaufzuschweben und nach unten zu wandern, quasi dem Lauf der Kugeln zu folgen, ohne zurücklaufen zu müssen, ist natürlich einfacher. Wobei Kinder ja meist kein Problem damit haben, hinauf und hinunter zu laufen, wenn sie Spaß haben.
Die Kugelbahnen in Aktion erlebte ich erst am Rückweg, als viele Familien unterwegs waren. Jeweils ein kleines Glöckchen am Ende der Bahnen, laute Kuhglocken, leise Klangstäbe, Zufallsverlaufs-Bahnen und viele weitere Elemente ließen keine Langeweile bei Kugeln und Kindern aufkommen.
An der obersten Kugelbahn-Station fand ich einen Kugel-Automat. Von einer Familie erfuhr ich, dass die Kugeln mit Aufdruck der Raufußhuhn-Erlebniswelt auch an der Talstation der Sesselbahn erhältlich sind.
Erlebniswelt Raufußhuhn
Neben den Kugelbahnen steht das Riedberger Horn im Zeichen der Raufußhühner, denn hier oben gibt es spezielle Schutzzonen für die Berghühner. In Sichtweite der Wanderwege hielten sich deshalb leider weder Auerhuhn noch Birkhuhn oder sonst einer dieser Bergvögel auf. Uns Wanderern blieben nur die interessanten Infotafeln, mit der obligatorischen Quiz-Frage. Ein Mädchen war fleißig dabei, die Ergebnisse auf einem speziell dafür vorgesehenen Block einzutragen.
Spielplatz an der Bergstation der Sesselbahn
Der Spielplatz an der Bergstation der Sesselbahn war in Form eines Raufußhuhns gebaut, auf dem die Kinder klettern und von ihm hinunterrutschen konnten. Ein Blickfang und eine wirklich schöne Erlebniswelt für Familien!
Ansonsten gab es neben dem Ausstieg des Sessellifts eine kleine Plattform mit Not-Toiletten und ansonsten nichts. Nicht einmal eine Bank mit Blick ins Tal. Sitzgelegenheiten befanden sich nur am umzäunten Spielplatz. Das enttäuschte mich dann doch ein wenig.
Um von hier aus überhaupt ins Tal blicken zu können, musste ich durch ein Tor einige Schritte auf eine Weide gehen. Hinsetzen wollte ich mich wegen der tierischen Hinterlassenschaften nicht. Also machte ich im Stehen Pause. Nach einer Weile sogar noch einige Meter weiter oben, im Windschatten der Bäume. Hier begann der weitere Aufstieg zum Riedberger Horn.
Das nächste Mal gerne höher hinauf
Ich hatte nicht vor, höher zu steigen, und doch überlegte ich es. Meine Knie hatten sich bislang gut gehalten. Aber die Vernunft siegte. Noch einmal so viele Höhenmeter und dann auch wieder zurück, wollte ich mir nicht zumuten. Das nächste Mal werde ich wohl doch lieber den Sessellift nutzen und von hier aus weiterwandern. Die Bilder, die ich bei Google Maps gesehen habe, sind fantastisch.
Führt kein anderer Weg zurück zum Schwabenhof?
Das erste Wegstück bergab war dasselbe, wie ich heraufgekommen war. Doch dann bog ich ab in Richtung kleiner Speichersee.
Dieser Weg am Speichersee vorbei war wieder sehr breit und mit geringem Gefälle ziemlich gemütlich zum Laufen. Dass hier auch Autos fahren wurde mir fast sofort vor Augen geführt, als eines am Wegrand parkte.
Den Pfad, den Google Maps mir anzeigte und der nach einigen 100 Metern vom Ziehweg abzweigen sollte, gab es nicht (mehr). Meiner Wanderapp Organic Maps hatte ich nicht glauben wollen. Sie hatte am Speichersee vorbei nur einen weiten Umweg zurück zum Schwabenhof angezeigt. Auf der Übersichtskarte an der Liftstation war dieser Umweg bestätigt worden – ich hatte es ignoriert.
So einen großen Bogen wollte ich dann doch nicht laufen, besonders nicht das letzte lange Stück an der Straße entlang. Da bevorzugte ich lieber denselben Weg zurück zum Wohnmobilstellplatz, den mit den Kugelbahnen und den schönen Talblicken.
Welche Touren ich vom Schwabenhof aus noch gewandert bin und was Balderschwang im Sommer alles zu bieten hat, habe ich euch im vorherigen Beitrag zusammengestellt.
Wie findet ihr die Idee mit den Holzkugelbahnen und der Raufußhuhn-Erlebniswelt am Riedberger Horn?
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