Ungeplant umgeplant und dadurch das bekommen, was ich schon länger mal wollte.
Wie unzählige Stunden Campingurlaubsplanung zunichtegemacht wurden und wir wiederholt umbuchen mussten und warum es sich trotzdem gelohnt hat.
Frühe Buchung
Bereits 1,5 Jahre vorher entschieden wir, dass wir im Sommer 2023 meinen runden Geburtstag auf Helgoland feiern wollten. Warum gerade dort, erzähle ich euch in einem eigenen Beitrag.
Da Camping auf Helgoland nur mit dem Zelt und nicht mit dem Wohnwagen möglich ist, blieb uns nichts anderes übrig, als eine Unterkunft auf der Insel zu mieten. Ferdinand buchte uns deshalb einen der bunten Bungalows auf der Düne. Etwas, das dem Campen näherkommt, als eine Ferienwohnung.
Überraschender Weise waren die Bungalows 1,5 Jahre vorher zu unserem Wunschreisezeitraum schon fast alle ausgebucht. Und das, obwohl sie teurer waren, als eine Ferienwohnung auf der Hauptinsel. Aber wir bekamen noch einen und die Vorfreude war groß.
Erste Reiseplanungen
Ab Herbst, also ein dreiviertel Jahr vorher, machte ich mich ans Planen unserer Reiseroute, die wir natürlich trotzdem mit Wohnwagen angehen wollten.
Drei Urlaubswochen standen uns zur Verfügung: eine für die Hinreise, eine auf der Insel und eine für die Heimreise. Und da wir von Bayern aus quer durch Deutschland mussten, konnten wir die Reise nutzen, um Deutschland ein wenig zu erkunden.
Problem war nur: Deutschland hat so viele schöne Ecken! Wo anfangen und wo aufhören, wenn nur jeweils eine Woche zur Verfügung steht?
Außerdem wollten wir die Reise nicht in Stress ausarten lassen. Also mindestens zwei Nächte pro Aufenthaltsort, damit Zeit zum Ausruhen und Besichtigen blieb.
Wünsche und Möglichkeiten
Wünsche gab es viele, Möglichkeiten hätte es auch viele gegeben, doch wir mussten uns auch nach unseren finanziellen Möglichkeiten richten. Also fassten wir wieder einmal die Naturistenvereine ins Auge.
Beim BffL Hannover waren wir schon gewesen und wollten deshalb diesen wunderschönen Platz erneut ansteuern. Beim BfFnL Bremen wollten wir unseren Wohnwagen stehenlassen, während wir nach Helgoland schipperten.
In der Planung war auch ein Besuch im Ruhrgebiet, um zu sehen, wo Ferdinand seine ersten Lebensjahre verbracht hatte.
Hamburg, Erfurt, Nürnberg und Würzburg kamen auf die Wunschliste.
Campingroutenplanung ade
Viele, viele Stunden verbrachte ich mit unserer Reiseplanung. Immer wieder kamen neue Ideen, die ausgelotet werden mussten, bis schließlich eine finale Hinreiseroute stand. Diese beinhaltete auch einen Campingplatz an der Nordsee, denn wenn schon Nordsee, dann wollte ich auch einmal richtig das Watt erleben.
Die Heimreise, also die Zeit nach Helgoland, ließen wir offen. Wir wussten zwar die Stationen, die wir anlaufen wollten, doch die Buchungen wollten wir erst kurz vorher machen. Zum Glück. Denn ein Sturz meines Mannes mit Rippen- und Mehrfachbruch am Ellbogen, OP und Orthese, machte schnell klar: diesen Sommer würde es für uns keinen Wohnwagenurlaub geben.
Selbst wenn das Fahren mit Gespann bis dahin wieder möglich wäre. Selbst wenn wir Hilfe beim Aufbauen der Sackmarkise bekommen würden. Das Wohnwagenbett war bei einem gebrochenen Arm und einer gebrochenen Rippe nicht nutzbar.
Urlaubs-Umbuchungen
Wir mussten komplett umdenken und umbuchen. Übers Internet suchte ich nach einer alternativen Unterbringung in Cuxhaven für die Woche vor Helgoland. Dabei stieß ich auf ein wunderschönes Friesenhaus mit Klinkerfassade und Reetdach, in dem noch etwas frei und erschwinglich war.
Für die Heimreise, die nun ebenfalls ohne weitere Deutschlandbesichtigungen ablaufen würde, buchte ich ein Hotel bei Hannover. Denn nach der Überfahrt mit dem Katamaran von Helgoland nach Cuxhaven würden wir noch locker bis dorthin fahren können.
Die Sache mit den Fährverbindungen
Zwei Wochen vor Abreise erhielt ich eine Nachricht von der Reederei, dass der Katamaran nicht fahre. Betroffen war unser Anreisetag nach Helgoland. Also buchten wir auf das Schiff um und weil für unseren Rückreisetag nun ein zeitlich früherer Katamaran im Fahrplan stand, buchten wir auch die Heimfahrt um.
Früher zurück am Festland gab uns die Möglichkeit, nicht nur bis Hannover, sondern bis nach Eisenach zu kommen. Also „tauschten“ wir das Hotel in Hannover mit einem in Eisenach, um dort wenigstens eine Besichtigung einzubauen.
Wenige Tage nach unserer Umbuchung erhielten wir von der Reederei nochmals fast dieselbe Nachricht. Aber erst während unseres Helgolandaufenthalts wurde uns klar, dass nun auch an unserem Rückreisetag kein Katamaran fahren würde.
Also mussten wir erneut aufs Schiff umbuchen. Dieses kam jedoch erst abends gegen 19 Uhr in Cuxhaven an, zu spät um noch 4-5 Stunden nach Eisenach zu fahren. Folglich mussten wir erst eine Übernachtung in Cuxhaven einlegen, bevor wir Richtung Süden starten konnten.
Fazit
Es war trotz allem ein schöner Urlaub!
Auch, wenn kürzer als ursprünglich geplant. Auch, wenn wir weit weniger von Deutschland gesehen hatten, als ursprünglich geplant. Auch, wenn ich ganz umsonst so viel Zeit in die Planungen gesteckt hatte. Spaß gemacht hatte es trotzdem.
Und eine ganze Woche Cuxhaven hatte uns viel mehr Zeit als ursprünglich geplant gegeben, das Watt richtig kennenzulernen. Etwas, das wir nicht missen möchten!
Ist es euch auch schon passiert, dass nichts nach Planung lief? Oder plant ihr nicht?
Lasst es uns in den Kommentaren wissen!