Camping mit Katzen: unser erster Wohnmobil-Kurztrip

Camping mit Katzen: Geht das? Immer öfter sieht, hört und liest man von Leuten, die ihre Katzen auf Campingreisen mitnehmen. Wir haben es ebenfalls ausprobiert und unsere beiden Katzen mit auf einen Kurztrip im Wohnmobil genommen. Lest unser ehrliches Fazit.

Darf ich vorstellen?

Das sind unsere beiden Mädels, 9 Monate alt:

Weiße Katze sitzt in einer plüschigen hellen Kuschelhöhle.
Kiko – temperamentvoll und neugierig
Getigerte Katze sitzt in einem weißen Wäschekorb und schaut in die Kamera.
Tigerle – ängstlich und vorsichtig, in gewissen Dingen ebenfalls neugierig

Fremden Menschen gegenüber sind beide scheu und zurückhaltend.

Eine weiß-schwarze und eine getigerte Katze stehen nebeneinander im Garten zwischen Pflanzen.
daheim sind sie Freigänger
Getigerte Katze steht auf einer Heizung, eine weiß-schwarze Katze liegt daneben auf einem Kuschelbett.
auch im Haus ist's schön

Katzenabteil im Wohnmobil

Das untere Stockbett haben wir zum Katzenzimmer umfunktioniert:

  • Mit robustem Teppich auf der Bodenplatte, der auch als Kratzteppich nutzbar ist.
  • Mit Katzenklo, Katzenstreumatte, kleinem Kratzbaum, Kratzpappe, Kuschelhöhle und Platz für die Transporttasche.
  • Mit Katzenschutznetz auf beiden Seiten. An der Fensterseite, weil die Außenwand zugleich die Klappe des Staukastens ist, und innen an verschiebbaren Aluschienen zum Auf- und Zumachen befestigt.
Zum Katzenabteil umfunktioniertes unteres Stockbett im Wohnmobil mit Kratzbaum, Kuschelhöhle und Schutznetz, eine Katze sitzt oben auf dem Kratzbaum, das Schutznetz ist zur Hälfte geöffnet.
unteres Stockbett: zum Katzenabteil umfunktioniert, mit aufschiebbarem Netz
Zwei Katzen sitzen im Katzenabteil des Wohnmobils auf dem Kratzbaum hinter dem Schutznetz, unten steht eine Katzentoilette.
Katzenabteil bei geschlossenem Netz

Wie wir die Katzen auf ihren ersten Wohnmobiltrip vorbereitet haben, erzähle ich euch in einem eigenen Beitrag.

Wohnmobilfahrt mit Katzen

Hinfahrt

Abgesehen davon, dass es v.a. Kiko nicht gefiel, eingesperrt zu sein, maunzte sie auf der Hinfahrt in einer Tour. Die Fahrt zur Haldenmühle ins Allgäu dauerte 2 Stunden. Wenn wir stehenblieben, schien alles in Ordnung zu sein, sobald wir weiterfuhren ging das Gejammere weiter. Vom Sitzplatz in der Sitzgruppe aus konnte ich nach hinten fassen, um sie durchs Netz hindurch zu kraulen. Half nur kurzzeitig. Irgendwann bemerkte ich, dass sie sogar hechelte. Ein eindeutiges Zeichen von Stress. Demzufolge war auch für mich die Hinfahrt alles andere als entspannend.

Weiß-schwarze Katze hinter dem Schutznetz maunzt mit weit aufgerissenem Maul, im Hintergrund liegt eine zweite Katze.
auf der Hinfahrt maunzte Kiko fast in einer Tour
Zwei Katzen sitzen hinter dem Schutznetz im Wohnmobil auf dem Kratzbaum neben einer Katzentoilette.
irgendwann begann sie sogar zu hecheln, während Tigerle still vor sich hinlitt

Tigerle dagegen kauerte auf der Transporttasche und hoffte im Stillen, dass „das Grauen“ bald vorbei war. Gegen Ende der Fahrt urinierte sie dann auf die Katzenstreumatte vor dem Katzenklo. Wie gut, dass die Matte wegen ihrer wabenartigen Oberfläche die Flüssigkeit halten konnte. Ein Hoch auf den Insta-Post, der uns auf diese Art der Katzenstreumatte aufmerksam gemacht hatte!

Zwei Katzen sitzen und sitzen auf der Sitzbank im Wohnmobil, das auf einem Parkplatz steht.
Fahrpause bei einem Supermarkt
Weiß-schwarze Katze steht auf den Hinterbeinen an der Beifahrertür des Wohnmobils und schaut durch das Seitenfenster hinaus auf einen Parkplatz.
die Neugierde besiegt das Fahrunwohlsein
Weiße Katze steht vor dem Fenster des Fahrersitzes im Wohnmobil und schaut durch die Frontscheibe auf einen Parkplatz.
alles wird inspiziert
Zwei Katzen sitzen links und rechts vom Kratzbaum und schauen durch ein Schutznetz aus dem Wohnmobilfenster auf einen Supermarktparkplatz.
beide kehrten freiwillig in ihr Zimmer zurück

Heimfahrt

Die Heimfahrt am übernächsten Tag verlief deutlich besser. Nur noch von Zeit zu Zeit maunzte Kiko oder versuchte aus dem Netz auszubrechen. Lange Strecken war sie ruhig und hielt sich auch vom Netz fern. Sie hechelte nicht (soweit ich das mitbekam), obwohl wir diesmal nonstop durchfuhren. Tigerle lag wieder auf der Transporttasche, schaute zum Fenster hinaus und zeigte keine direkten Stresssymptome.

Dreigeteiltes Bild: Die weiße Katze streckt jeweils eine Pfote mehr oder weniger durchs Schutznetz des Katzenabteils im Wohnmobil während Fahrt.
auch wenn Kiko auf der Heimfahrt nur noch ab und zu maunzte, gefallen hat ihr es nicht
Unruhige weiß-schwarze Katze in einem mit Schutznetz für die Fahrt gesicherten Katzenabteil im Wohnmobil.
kurz vor Ankunft wird Kiko sehr energisch

Mit Katzen auf die Hundewiese

Wir hatten bei unserer Platzreservierung die Katzen angekündigt. Ergebnis: Katze = Haustier, also ab auf die Hundewiese 🙈.
Zum Glück gab es einen Ausweichplatz auf der anderen Wegseite. Der war zwar recht eng, aber wir einigten uns mit den Stellplatznachbarn, dass wir uns direkt vor ihr Vorzelt stellen durften. (Sie waren die nächsten Tage eh nicht da und laut Stellplatzmarkierung standen wir sogar innerhalb unserer Grenzen.)

Auf diesem Stellplatz waren die Hunde weit genug weg. Nur einer bellte 2x vom anderen Ende der Wiese herüber.

Eine Person entspannt in einem Liegestuhl unter der Markise, im Hintergrund weitere Wohnwagen auf dem Campingplatz.
der nächste Hund wohnt am Wohnwagen mit Luftsofa
Eine Katze sitzt im Gepäcknetz des Katzenbuggys, eine zweite Katze steht daneben im Gras neben einem Wohnmobil.
Hundebeobachten aus sicherer Entfernung

Neugierige Nachbarn

Wir kamen mittags am Campingplatz an. Nach dem Gespräch mit den Stellplatznachbarn, waren sie natürlich neugierig auf unsere Katzen. Für die Katzen war es nach der stressigen Fahrt dagegen wenig hilfreich, als Ferdinand die Stauklappe öffnete und neben ihm zwei fremde Gesichter direkt vor ihrem Katzenabteil auftauchten.

Zwei Katzen im mit Schutznetz verschlossenem unteren Stockbett eines Wohnmobils. Mit Blick ins Freie wegen geöffneter Stauklappe. Mit Katzentoilette und kleinem Kratzbaum.
Ankunft am CP: die Stauklappe ist geöffnet, gleich werden die Nachbarn direkt davor auftauchen

Kiko sprang deshalb sofort heraus, sobald ich das innere Netz öffnete. Dabei verteilte sie feuchte Tapper im Wohnmobil – die vollgebieselte Katzenstreumatte hatte ihr als Absprungrampe gedient. Ich eilte ihr mit Lappen hinterher.
Während Kiko durchs Fahrerhaus stromerte, verkroch sich Tigerle erst einmal unter dem Tisch und anschließend im hintersten Eck des oberen Stockbetts.

Zwei Hände streicheln eine getigerte Katze, die im Gras kauert.
Tigerle ließ sich zwar streicheln, aber wir merkten, dass beiden Katzen die fremden Kinder zu viel wurden

Kinder von anderen Campern schauten ebenfalls vorbei, doch die Katzen waren noch nicht bereit für Streicheleinheiten. Selbst am nächsten Tag funktionierte das Streicheln nur, weil ich Tigerle hielt und selbst streichelte. Da konnten auch die Kinder sie mitstreicheln. Allerdings merkten wir schnell, dass es beiden Katzen zu viel wurde. Ferdinand verfrachtete sie kurzerhand zurück ins Wohnmobil, wo sie ihre Ruhe hatten. Drei Kinder auf einmal waren dann doch zu viel gewesen.

Kinder von anderen Campern schauten ebenfalls vorbei, doch die Katzen waren noch nicht bereit für Streicheleinheiten. Selbst am nächsten Tag funktionierte das Streicheln nur, weil ich Tigerle hielt und selbst streichelte. Da konnten auch die Kinder sie mitstreicheln. Allerdings merkten wir schnell, dass es beiden Katzen zu viel wurde. Ferdinand verfrachtete sie kurzerhand zurück ins Wohnmobil, wo sie ihre Ruhe hatten. Drei Kinder auf einmal waren dann doch zu viel gewesen.

Zwei Hände streicheln eine getigerte Katze, die im Gras kauert.
Tigerle ließ sich zwar streicheln, aber wir merkten, dass beiden Katzen die fremden Kinder zu viel wurden

Anstrengender erster Nachmittag

Trotz stressiger Fahrt drängte Kiko bald nach dem Ankommen hinaus. Mit Geschirr und Leine ließ ich sie die Umgebung erkunden. Als sie einen der Hunde erblickte, erschrak sie und flitzte sofort außer Sichtweite. Ich war also mit Katze beschäftigt, während mein Mann den Aufbau allein erledigen musste.

Weiß-schwarze Katze schaut vom Armaturenbrett des Wohnmobils durch die Seitenscheibe nach draußen ins Grüne.
Kiko späht neugierig nach draußen
Weiße Katze mit Geschirr sitzt im hohen Gras neben einem Holzpfosten.
erste Stellplatzerkundung

Als wir uns zum Mittagessen setzten, banden wir Kikos Leine fest. Wirklich Ruhe hatten wir aber nicht. Ständig verhedderte sie sich in den Stuhlbeinen. Da kam uns das Wetter mit leichtem Regen zu Hilfe. Während der Schauer Kiko ins Wohnmobil trieb, konnten wir unter der Markise endlich in Ruhe essen.

Tigerle blieb den ganzen Nachmittag in ihrem Wohnmobil-Eck. Erst am Abend war auch sie bereit, einen kurzen Abstecher mit Geschirr und Leine vors Wohnmobil zu machen.

Getigerte Katze liegt im hintersten Eck auf dem Bett im Wohnmobil.
Tigerle bevorzugt das hinterste Eck
Zwei Katzen an der Leine laufen durch hohes Gras neben einem Katzenbuggy.
erst gegen Abend wagt auch Tigerle sich hinaus

Kiko dagegen wollte mehr von der Umgebung erkunden. Bis zum nahen Bachufer folgten wir ihr. Erst Ferdinand, später ich. Dazwischen schlief sie im Wohnmobil, Zeit, in der mein Mann und ich eine Runde im Naturbadeweiher schwimmen konnten.

Auf ihren Erkundungsgängen wäre Kiko am liebsten immer tiefer ins Gebüsch gekrochen. Ständig musste ich sie mit Hilfe der Leine davon abhalten irgendwo drunter zu schlüpfen. Das empfand ich als ziemlich anstrengend, zudem ich ungeschützt der wieder scheinenden Sonne ausgesetzt war. Und es war alles andere als einfach, die Katze zurück zum Wohnmobil zu locken.

Wenigstens das Abendessen verlief entspannt. Kiko lag irgendwo im hohen Gras am Rand des Stellplatzes und muckste sich nicht.

Weiß-schwarze Katze mit Geschirr balanciert auf einem Stromanschluss-Pfosten im hohen Grün.
kleine Aussichtsplattform
Campingplatz-Parzelle mit Stellplatznummer-Schild und Stromanschlusspfosten zwischen dichtem Grün.
nur die Leine zeigt uns, wo Kiko sich versteckt
Weißes Kätzchen an der Leine sitzt in der Gepäcktasche unter dem Katzenkorb des Haustierwagens, der im Gras steht.
das ist der bessere Platz; hier holt sie sich wenigstens keine Zecken
Getigerte Katze an der Leine steht auf der Wiese zwischen Campingstühlen neben dem Wohnmobil.
auch Tigerle ist nochmals draußen

Erste Wohnmobilnacht mit Katzen

Eigentlich hatten wir vorgehabt, die Katzen über Nacht im Katzenabteil einzusperren. Doch wir fürchteten, dass sie mit Kratzen und Maunzen dagegen protestieren würden.

Da sie sich offenbar im Fahrerhaus wohlfühlten, verzichteten wir auf die Außenisoliermatte und ließen sie ihre Schlafplätze selbst wählen. Tatsächlich schliefen sie auf Fahrer- und Beifahrersitz. Im Morgengrauen schauten sie bereits nach draußen und maunzten. Und eine spazierte quer über unser Bett (umgebaute Sitzgruppe), um zum Katzenklo zu gelangen. Ich hatte weder das eine noch das andere mitbekommen. Nur das Scharren im Katzenstreu war in mein Bewusstsein vorgedrungen.

Eine weiße Katze steht auf dem Armaturenbrett eines Wohnmobils, eine getigerte sitzt am Fahrersitz und blickt nach draußen.
das Fahrerhaus ist der bevorzugte Katzen-Ort im WoMo
Zwei Katzen kuscheln und schlafen zusammen auf dem Fahrersitz eines Wohnmobils.
am Fahrersitz schläft es sich gut, egal ob allein oder zu zweit
Getigerte Katze schläft zusammengerollt auf einem Kissen auf dem Beifahrersitz.
Beifahrersitz: Tigerles Nachtschlafplatz

Insgesamt war es eine erstaunlich ruhige Nacht gewesen. Und es war bereits 7:30 Uhr, bis wir aufstanden, 1,5 Stunden später, als die Katzen sonst ihr Frühstück bekommen.

Katzenreisetag 2: Entspannter Tag mit Rasenmäher-Panik

Tag 2 war deutlich entspannter als der Anreisetag. Die Katzen waren abwechselnd draußen und drinnen. Draußen angeleint, mit einem Bewegungsradius von ca. 3 Metern rund um den Hering, an dem wir die Leinen eingehakt hatten. Kiko mit ihrem Bewegungs- und Jagddrang sprang leider manchmal ziemlich ins Geschirr. Am Nachmittag passierte das nicht mehr, da hatte sie sich offenbar gemerkt, wie weit sie sich problemlos bewegen konnte. Tigerle war zurückhaltender. Sie zog sich gerne in den Katzenwagen zurück, und beobachtete von dort aus ihre Umgebung.

Zwei Katzen an der Leine sitzen im Gras vor einem Motorrad, das auf dem Anhänger eines Wohnmobils befestigt ist.
alles wird erkundet, so lange die Leine reicht
Eine unbekleidete Person sitzt auf einem Klappstuhl vor einem Wohnmobil mit ausgefahrener Markise, daneben spielt eine Katze an der Leine neben einem kleinen Kratzbaum.
Tag 2 ist deutlich entspannter
Getigerte Katze schaut aus der seitlichen Öffnung eines Katzenwagens auf einer Wiese heraus.
Tigerle beobachtet aus dem Wagen heraus
Eine Frau sitzt unbekleidet auf einem Campingstuhl im Grünen und hält eine Katze auf einem Handtuch im Schoß.
Streicheleinheiten für Kiko

Wenn die Katzen drinnen waren, waren die Vordersitze ihr bevorzugtes Ruheplätzchen. Tigerle entdeckte nach der Streichel-Attacke der Kinder den Alkoven als Versteck für sich, den sie danach auch gerne als Aussichtsplattform nutzte. Sie war sowieso diejenige, die sich lieber drinnen als draußen aufhielt. Wie daheim. Die Fliegengittertür reichte als Barriere. Nur Kiko mussten wir ab und zu davon abhalten, mit ihren Krallen an die Fliegengittertür zu gehen.

Katze liegt im Alkoven über dem Fahrerhaus eines Wohnmobils und schaut nach unten.
der Alkoven ist eine gute Aussichtsplattform
Weiße Katze an der Leine lauert im Gras vor einem Wohnmobil, im Türrahmen sitzt eine getigerte Katze.
Tigerle beobachtet von drinnen, wie Kiko einen Schmetterling erbeutet

Gerade, als sich Tigerle am frühen Nachmittag mal wieder entschlossen hatte, doch nach draußen zu kommen, kurvte ein Rasentraktor auf das Wiesenstück direkt vor uns, auf dem am Vormittag noch ein Wohnmobil gestanden war. Wir hatten den Mäher schon eine ganze Weile lärmen hören, hatten aber nicht damit gerechnet, dass er so plötzlich direkt vor uns auftauchen würde. Er war so laut, dass der Fahrer Gehörschutz trug. Natürlich gerieten beide Katzen in Panik. Während ich Tigerle problemlos festhalten konnte, gebärdete sich Kiko wie wild, sprang ins Geschirr und zerrte an der Leine. Zum Glück waren wir zu zweit. Zuerst beförderten wir Tigerle ins Wohnmobil. Bei Kiko war das schwieriger, weil sie nach meinen Händen biss und kratzte, als ich sie von der Leine befreien wollte. Aber schließlich war auch sie sicher im Wohnmobil. Was für eine Aufregung!

Zwei Katzen an der Leine klettern gemeinsam auf einem tragbaren Kratzbaum im Freien.
es ist wieder Ruhe eingekehrt
Zwei Katzen sitzen im hohen Gras, im Vordergrund verlaufen die Leinen und eine orangefarbene Abspannleine zu einem Erdspieß.
die beiden bevorzugen das hohe Gras, statt dem Kurzgemähten

Zweite Wohnmobilnacht mit Katzen

In der zweiten Nacht fühlten sich die Katzen offenbar schon mehr zu Hause im Wohnmobil. Oder waren nicht genügend ausgepowert. Jedenfalls waren sie abends noch putzmunter, als wir uns schlafen legten. Wir hatten ihnen unter unserem Bett einen Durchgang vom Fahrerhaus nach hinten gelassen, den sie fleißig nutzten. Aber natürlich war auch der Weg über unser Bett eine Option für sie. Einmal sprang mir Kiko auf die Arme, einmal vom oberen Stockbett herunter auf die Füße.

Getigerte Katze klettert nachts auf der Sitzgruppen-Rückenlehne im Wohnmobil neben einem Fenster mit Vorhang und hochgezogener Jalousie.
abendliche Klettertour durchs Wohnmobil
Weiße Katze liegt nachts in einer Transporttasche neben Kratzbaum und Kuschelhöhle, davor steht ein Wassernapf.
kurze Ruhepause im Katzenzimmer

Auch im Morgengrauen begannen sie wieder mit ihren Klettertouren und Kiko spazierte einmal quer über meine Brust. Dazwischen schliefen sie wieder im Fahrerhaus. Das dunkle Tigerle auf hellem Kissen und die weiße Kiko auf dunklem Kissen 😉. Dadurch waren sie sogar im diffusen Nachtlicht zu erkennen. Letztlich konnten wir auch am zweiten Morgen bis 7:30 Uhr ungestört im Bett bleiben.

Spaziergang mit Katze und Riesentraktor-Begegnung

An Tag 3 wollte ich Spaziergang mit Katze testen. Wir gingen zu zweit, jeder mit einer Katze an der Leine. Es funktionierte erstaunlich gut. Allerdings gingen wir nicht weit. Ich wollte nicht riskieren, dass der Rückweg zum Problem wurde.

Eine Person führt mit langer Leine eine getigerte Katze auf einem Campingplatz spazieren.
kurzer Spaziergang mit den Katzen
Weiß-schwarze Katze an der Leine läuft mit aufgerichtetem Schwanz auf einem Kiesweg zwischen Wiese und Bäumen.
mit buschigem Schwanz läuft Kiko los
Eine Person geht mit getigerter Katze an der Leine einen Kiesweg hinauf, unten im Hintergrund stehen Wohnwagen
Tigerle folgt
Weiß-schwarze Katze an der Leine steht auf einer großen Wiese neben einem Hundekotbeutelspender, im Hintergrund Wald
schon wieder zurück am Rand der Hundewiese

Während Ferdinand kein Interesse an einem längeren Spaziergang hatte und mit Tigerle am Stellplatz blieb, machte ich mich mit Kiko nochmals auf den Weg. Tigerle sah uns sehnsüchtig hinterher. Sie wäre durchaus gern mitgekommen. Stattdessen nahm ich den Katzenwagen mit. Als Backup und Schutzort für Kiko.

Wir spazierten erst über einen Feldweg, dann über ein Stück der Zufahrtsstraße des Campingplatzes und bogen dann wieder auf einen Feldweg ein. Zum Glück ohne Begegnungen. Es funktionierte super. Kiko lief überwiegend am Weg, schnüffelte mal hier und mal dort am Rand. Natürlich musste ich manchmal verhindern, dass sie zu tief ins Gebüsch oder den Abhang hinunterlief. 

Weiße Katze an der Leine steht mit erhobenem Schwanz auf einem umgefallenen Baumstamm im Wald.
Kiko und ich machen uns nochmals zu einen längeren Spaziergang auf
Weiß-schwarze Katze an der Leine läuft auf einem steilen Abhang im Wald.
Da hinunter darfst du nicht, Kiko
Weiß-schwarze Katze an der Leine erkundet einen Waldweg, mit Sonneneinfall zwischen den Bäumen
vieles wird neugierig erkundet, aber meist läuft sie brav mit mir am Weg
Weiß-schwarze Katze an der Leine läuft auf einem Schotterweg am Waldrand, im Hintergrund ein Fluss hinter Bäumen
die Iller ist in Sicht

Der geschotterte Weg führte uns hinunter zur Iller. In Flussnähe packte ich Kiko das erste Mal in den Wagen, als das am Ufer stehende Flatterband in einer heftigen Windböe zu lärmen begann und Kiko erschreckte. Obwohl sie den Bach am Campingplatz so spannend gefunden hatte, wollte sie vom Wasser der Iller nichts wissen. Umkehren wollte sie aber auch noch nicht. Dazu entschloss sie sich erst, als sie am anderen Ufer zwei Männer entdeckte.

Auf halber Höhe den Weg hinauf passierte es dann. Ich hörte ein Brummen. Ohne zu wissen, woher es kam, packte ich Kiko, die zum Glück gerade neben mir lief, setzte sie in den Wagen und schloss das Verdeck. Zwei Sekunden später kam ein Traktor um die Wegbiegung, ein riesiges Teil mit Anhänger, das die gesamte Breite des Weges einnahm. Wohin ausweichen? Rechts vom Weg stieg das Gelände steil an, links von mir fiel es steil ab.
Ich drehte den Wagen Richtung Abgrund, drückte mich selbst dicht an den Stamm eines Baumes am Abhang. Die Hinterreifen des Katzenwagens standen auf den 30 cm zwischen Abhang und Weg, die Vorderreifen schwebten in der Luft.
Der Traktor mit seinen mannshohen Rädern passte ganz gut an uns vorbei. Der Anhänger dagegen war breiter. In vielleicht 20 cm Entfernung rollten die immer noch schulterhohen Doppelreifen an mir vorüber. Von Kiko hatte ich in der ganzen Zeit nichts gehört. Wie gut, dass ich den Wagen dabei und so schnell reagiert hatte! Ohne ihn hätte ich sie mit Sicherheit nicht halten können!

Traktor mit Düngefass-Anhänger fährt auf einem Waldweg, von hinten betrachtet
OMG, dieses Monstrum ist gerade an uns vorbeigekommen!

Ich nutzte den Wagen am Rückweg noch weitere Male:

  • Für des letzte Stück den Berg hinauf, als unten im Tal das Lärmen des Traktors zu uns heraufdrang, der mit seinem Anhänger dort die Wiese düngte und Kiko erneut Angst machte.
  • Für das kurze Stück über die Straße zurück zum anderen Feldweg. Es begegnete uns zwar wieder niemand, doch kurz danach, kam ein Auto vorbei. Kiko sauste davon, so weit die Leine es zuließ. Danach duckte sie sich in die Wiese. Das ging so schnell, dass das Auto weg war, bevor ich irgendetwas tun konnte.
  • Für das allerletzte Stück zurück zum Stellplatz. Kiko hatte nämlich sehr gezögert, als sie die Wohnwagen und Menschen erblickt hatte.

2,8 km und 40 Minuten war ich mit ihr unterwegs gewesen.

Weiß-schwarze Katze steht im geöffneten Katzenbuggy auf einem Kiesweg, die Vorderpfoten auf dem Rand, den Blick auf den Weg gerichtet.
Verdeck nach Traktorbegegnung wieder geöffnet
Weiß-schwarze Katze an der Leine klettert einen grün bewachsenen mit Hang hinauf
neugierig wie zuvor
Traktor mit Düngefassanhänger fährt auf einer Wiese, von oben durch Bäume hindurch fotografiert
wir hören den Traktor vom Tal herauf lärmen
Weiß-schwarze Katze an der Leine läuft auf einem asphaltierten Waldweg.
kurzes Wegstück auf der Straße: gleich kommt Kiko in den Wagen

Fressverhalten

Am Fressverhalten merkten wir am Deutlichsten, dass beide Katzen nicht wirklich entspannt waren. Sie fraßen deutlich weniger, vor allem vom Nassfutter. Das hielt auch noch kurz an, als wir wieder daheim waren. An den Wassernapf gingen sie überhaupt nicht, während sie daheim wenigstens ab und zu daraus trinken.

Zwei Katzen schlafen auf dem Fahrersitz eines Wohnmobils, am Boden stehen zwei Näpfe mit Futterresten.
Da ist aber viel übriggeblieben!

Unser Fazit

Camping mit Katzen ist möglich, aber nicht ideal. An das Fahren können sie sich sicherlich gewöhnen. Das merkten wir auf der deutlich besser verlaufenen Heimfahrt.

Mit Tigerle würde es vielleicht noch gehen. Sie ist ruhiger, genügsamer, bleibt gerne drinnen und bewegt sich auch daheim als Freigängerin nicht weit weg von ihrem Zuhause. Mit Kiko und ihrem Temperament ist das schwieriger.

Überhaupt eignet sich das schreckhafte Wesen, der Fluchttrieb, der Bewegungsdrang und Freiheitsdrang von Katzen nicht gut für Leinenhaltung. Auch für uns als Halter bedeutet die Anwesenheit der Katzen, unser Campingverhalten an die Bedürfnisse der Katzen anzupassen, bisherige Campingroutinen abzuändern.

Einen Kurztrip zu zweit mit Katzen können wir uns wieder vorstellen. Einen längeren Urlaub zu viert und mit Katzen dagegen nicht.

Habt ihr eure Katze(n) schon mal mit zum Campen oder in den Urlaub genommen? Wie ging es euch damit? Würdet ihr es wiederholen oder macht ihr es bereits regelmäßig? Lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben!

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