Movie Park Germany mal kritisch gesehen

Hollywood im Ruhrpott: Achterbahnen für Groß und Klein, drinnen und draußen, Shows und noch viel mehr. Der Movie Park ist ideal für alle, die laute Filmmusik und Überraschungen mögen. Unsere Teenies hatten ihren Spaß, für mich war es nichts. Wie unser Tag zwischen Holzachterbahn, langen Warteschlangen und Stunt-Show lief, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Anreise und Parken

Wir fuhren mit dem Wohnmobil vom Campingplatz Lippetal aus nach Bottrop und waren noch vor der Öffnungszeit um 10 Uhr vor Ort. Zum Glück. Wenig später stauten sich die Autos bis zur Autobahn, denn hier liegen gleich zwei Freizeitparks in unmittelbarer Nachbarschaft: Movie Park und Schloss Beck.

Andrang kurz vor Öffnung

Mein Mann setzte uns am Eingang ab. Auf diese Weise sparten wir uns die Parkgebühr und den teilweise recht weiten Weg vom Parkplatz zum Eingang.

Übrigens hätten wir mit Wohnmobil auf Parkplatz C auch übernachten dürfen, ohne Aufpreis!

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Willkommen im Movie Park

Trotz des Andrangs vor den Drehkreuzen ging es recht zügig voran: QR-Code einscannen, durchgehen.

Der Movie Park begrüßte uns wie eine große Filmstadt. Bis auf das Eingangsrondell mit Brunnen, von dem aus die ersten Achterbahnen zu sehen waren, führte der Weg ins Vergnügen durch eine recht große Häuserreihe ähnlich der Filmkulisse eines Fernsehstudios. Die vielen Souvenirläden dort hatten noch geschlossen, denn die Besucher strömten erst einmal zu den Fahrgeschäften.

Was sofort auffiel war die Musik: überall spielte Filmmusik, nicht dezent, laut.

Bin ich in einem Freizeitpark, einer Stadt oder einer Filmkulisse?

Der Park teilte sich nach der kleinen Grünanlage in einen rechten und einen linken Bereich. Hier kamen wir also immer wieder vorbei, wenn wir vom einen zum anderen Ende gelangen wollten.

Was ist wo?

Leider hatten wir keinen Parkplan und es hingen auch keine aus. Ein echtes Manko. Der interaktive Online-Plan war leider zu unübersichtlich und nicht brauchbar, wenn wir etwas Bestimmtes suchten:

  • kaum Attraktionen eingezeichnet
  • ich musste immer erst auf eine Markierung klicken, um zu sehen, was sich dahinter verbarg

Mein Großer und ich fanden Studio 6 erst, nachdem wir eine Mitarbeiterin gefragt hatten. Unser 15-Jähriger suchte 1h vergeblich nach dem Zugang zur „Star Trek“-Achterbahn, bevor er ebenfalls fragte. Diese Achterbahn ist vom Eingang des Parks aus zu sehen, der Zugang dazu befindet sich jedoch hinter einer der großen Hallen (Federation Plaza), von wo aus die Achterbahn selbst gar nicht zu sehen ist.

So einen Übersichtsplan, wie es 2019 noch gab, hätte ich mir gewünscht

Lass dich überraschen!

Von vielen Angeboten konnten wir nichts sehen außer einer Hausfassade oder einem Eingangstor. Zuschauen, um zu eruieren, was auf uns zukam, war in diesen Fällen nicht möglich. Entweder ließen wir uns überraschen oder verzichteten. Da ich generell gerne zuschaue, fühlte ich mich um diesen Spaß betrogen.

Welche Attraktion versteckt sich in diesem Haus?

Voll voll – aushalten, warten oder zahlen

Nicht nur die Musik sorgte für Lautstärke, auch die vielen Menschen. Bereits eine halbe Stunde nach Parköffnung war es mir zu voll. Dabei waren wir an einem Wochentag hier. Allerdings in den Sommerferien (Anfang August 2026).

Schon jetzt hieß es anstehen und warten. Wobei unsere Teenies es noch nicht so schlimm fanden. Wir beobachteten, wie Leute mit „Speedy Pass“ vorgezogen wurden. Geld regiert die Welt, auch in den Freizeitparks.

Wer zusätzlich zahlt, darf vor ...

OMG – die Holzachterbahn!

Keine Ahnung, was mich ritt, als ich kurzerhand entschied, mit meinen Teenies die Holzachterbahn „The Bandit“ zu fahren. Angeschrieben war eine Wartezeit von 45 Minuten. Wir standen uns schwitzend 1,25 Stunden durch zwei Hallen (zum Glück hatte es heute nur sonnige 24°C Außentemperatur), um dann so richtig durchgerüttelt zu werden:

  • Meine Sonnenbrille tanzte auf meiner Nase, sodass ich sie während der Fahrt abnahm
  • Hätte mein Handy die Funktion, bei zu großen Erschütterungen automatisch den Notruf zu wählen, es hätte bestimmt Hilfe gerufen
  • Unserem 18-Jährigen wurde der Kopf gegen die Sitzlehne geschlagen, Ergebnis: leichte Kopfschmerzen
  • Auch ich hatte hinterher kurzzeitig leichte Kopfschmerzen
  • Unser 15-Jähriger wurde von seiner Gürtelschnalle malträtiert, die der Sicherheitsbügel in seinen Bauch drückte

Was ich schon bei vielen Achterbahnen angeschrieben sah und nie als zutreffend empfunden hatte, trifft hier definitiv zu: Nicht für Personen mit Nacken- und Rückenproblemen!

Unseren Teenies hat’s trotzdem gefallen. Ich fand’s furchtbar.

Die Holzachterbahn vom Riesenrad aus

Mittagessen im Park

Beim Essenkaufen hatten wir wenig Glück mit unserer Wahl.

Ich holte mir beim „Wok of Fame“ gebratene Nudeln, ziemlich zerkochte Nudeln. Obwohl nur wenige Leute anstanden, musste ich lange warten, denn der Mitarbeiter kämpfte allein hinter der Theke.

Noch schlechter erging es den Teenies, die sich nebenan im „Yellow Cab“ Burger und Pommes holten: Der Laden war brechend voll und als sie endlich bestellt hatten, dauerte es fast eine Stunde, bis sie ihr Essen endlich abholen konnten. Geschmacklich war es dann wenigstens okay.

Stunt-Show und Magic Show

Was den Movie Park von anderen Freizeitparks unterscheidet, sind auch seine Shows.

In Studio 6 schauten wir uns eine Stunt-Show an:

  • Sehr interessant und kurzweilig
  • Ohrenbetäubend laut: die Stimme des Moderators durch das Mikrofon, die Musik, die quietschenden Reifen
  • Gestank nach verbranntem Gummi
  • Einen kleinen Video-Eindruck erhaltet ihr hier

Wir schlossen uns einer ganzen Gruppe von Menschen an, die vor dem Finale das Studio verließen. Die Lautstärke war einfach nicht auszuhalten.

Stunt-Show in Studio 6
mit Autos und Motorrädern
mit einer gespielten Verfolgungsjagt
zwei Motorradfahrer in der Todeskugel

Die Magic Show in Studio 7 war nicht ganz so laut, weil der Entfesselungskünstler zwischendurch mit dem Publikum in erträglicher Lautstärke redete. Fotografieren war nicht erlaubt, aber diese Zauber-Show gefiel sogar unserem zuvor skeptischen 15-Jährigen.

Amerikanische Parade

Am Nachmittag gab es auf einmal kein Vorwärtskommen mehr – die Straßen wurden für eine Parade freigehalten. Laut, bunt und überzeichnet. Hier wurde mir so richtig bewusst, wie amerikanisch dieser Park aufgezogen war. Hollywood in Deutschland.

Es machte durchaus Spaß, den vorbeiziehenden Menschen in ihren Kostümen und den Wagen zuzuschauen. Dennoch waren wir auch froh, als wir wieder Platz zum Weitergehen hatten.

amerikanische Parade ...
... mit Paw Patrol ...
... und SpongeBob
mit Marilyn Monroe am Sunset Boulevard Hollywood

Kurz und bündig

  • Welcome to America, ein Freizeitpark im amerikanischen Stil
  • Online-Tickets sind deutlich günstiger als die an der Tageskasse
  • Attraktionen, Angebote und Fahrgeschäfte für alle Altersgruppen und alle „Schweregrade“, d.h. Fahrgeschäfte für Kinder, für Adrenalinjunkies und – anders als im Heidepark – auch viele die dazwischenliegen, nicht zu schnell, aber auch nicht langweilig
  • Mit kleinen Kindern würde ich diesen Freizeitpark trotzdem nicht wählen – zu laut und zu voll
Fahrgeschäfte für Kinder
Achterbahnen für Familien
  • Ganz besonders hat unserem Großen die „Studio Tour“ gefallen, eine teilweise Indoor-Achterbahn
  • Für unseren Adrenalinjunkie reicht nichts an den Europapark heran, für den wir aber auch fast doppelt so viel Eintritt hätten zahlen müssen
  • Mir war der Movie Park definitiv zu anstrengend; hab deutlich weniger Fotos gemacht als ich normalerweise mache, wenn ich mich wohlfühle
  • Eine schöne Übersicht über die Attraktionen von 2026 im Movie Park findet ihr in diesem YouTube-Video von Theme Park 101

Wart ihr schon im Movie Park? Was fandet ihr richtig gut? Was hat euch weniger gefallen?

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